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Über neue Versteinerungen aus den grauen Kalken von Oberitalien.

Böhm, Georg

Kurzfassung

- Nördlich von Verona, bei dem Orte Grezzana, mündet die Valle del Paradiso - auf der topographischen Karte Val Canossa genannt in die Val Pantena. Geht man von Grezzana aus die Valle del Paradiso aufwärts, so zeigen sich etwa 1 1/2 Stunden oberhalb Grezzana in den hier anstehenden grauen Kalken versteinerungsreiche Schichten. Diese Schichten - schon früher mehrfach erwähnt - liegen hart am Bachbette. Sie sind nicht leicht zu übersehen, da die Fossilien mit ihrer weissen Schale aus dem dunkleren Gesteine förmlich hervorleuchten. Man sammelt neben seltenen Gastropoden zahlreiche und sehr gut erhaltene Bivalven. Die Hauptmasse dieser Bivalven gehört schon der äusseren Erscheinung nach zu einer und derselben Gattung. Es sind mehr oder weniger ovale, gleichklappige, dickschalige, concentrisch gestreifte Formen. Radiale Sculptur fehlt, doch beobachtet man, besonders auf inneren Schalenschichten, radiale Textur. Vom Wirbel erstreckt sich ein kräftiger Kiel nach rückwärts und abwärts. Dieser Kiel trennt eine scharf ausgeprägte, hintere Abdachung von dem übrigen Theile der Schale. Eine Lunula ist nicht entwickelt. Das Band liegt äusserlich und ist meist vortrefflich erhalten. Der Schlossapparat ist ungewöhnlich stark entwickelt. Jederseits befindet sich ein sehr kräftiger Schlosszahn, der in der rechten Klappe hinter, in der linken Klappe vor einer tiefen Zahngrube liegt. Der vordere Seitenzahn ist beiderseits sehr kräftig entwickelt, und zwar greift der vordere Seitenzahn der linken Klappe über den vorderen Seitenzahn der rechten Klappe. Ein schwacher hinterer Seitenzahn konnte bis jetzt nur in der rechten Klappe nachgewiesen werden. Der vordere Muskeleindruck ist sehr hoch gerückt; er ist tief ausgehöhlt und liegt dicht am vorderen Seitenzahn. Ausserdem bemerkt man einen zweiten, kleineren Eindruck (Fussmuskeleindruck?) Jederseits auf der unteren Fläche des vorderen Seitenzahnes. Der hintere Muskeleindruck ist noch nicht beobachtet. Die eben beschriebene Gattung ist neu und möge Durga genannt sein.