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Über einige Versteinerungen, besonders Echinosphäriten, im thüringischen Schiefergebirge im Untersilur

Hermann, Loretz

Kurzfassung

Das dortige Untersilur wird von einem erheblich mächtigen Complex eines dunklen, einförmigen Thonschiefers gebildet, welcher nur untergeordnete Einlagerungen von anderen Schichtgesteinen enthält, und zwar einmal schwache Zwischenlager eines eigentümlichen, dem Chamosit Berthier's nahe stehenden, meist oolithisch ausgebildeten Eisensteins, und dann auch stärkere Lager von Quarzit. Nach Südwest in der Gegend von Hämmern, Steinach, Spechtsbrunn, ist die tiefere Partie des Untersilur - Thonschiefers als Griffelschiefer entwickelt der, abgesehen von dieser Structur, sich auch petrographisch von dem höheren Theil etwas unterscheidet; der Eisenstein findet sich hier an der unteren und oberen Grenze des Griffelschiefers, während Quarzit fast ganz fehlt; weiter nordöstlich nehmen die Einlagerungen, besonders der Quarzit, zu, während bei den verwickelten Lagerungsverhältnissen die Unterscheidung einer besonderen, jenem Griffelschiefer entsprechenden Zone schwierig ist. Die Zuweisung dieser Schichten zum Untersilur beruht einmal auf ihrer Lage im Gebirge zwischen den graugrünen Phycodenschiefern des obersten Cambrium und den mittelsilurischen Graptolithen- und Kieselschiefern, und sodann auf einigen, immerhin selten vorkommenden Versteinerungen. Unter diesen sind am längsten bekannt die Trilobiten des Griffelschiefers, bei welchen die Gattungen Calymene, Asaphus oder Ogygia und wohl noch eine oder einige andere vertreten sind; aus dem höheren Untersilurschiefer hat Richter vor 12 Jahren (in dieser Zeitschrift Bd. XXIV.) eine Beyrichia und einige kleine Brachiopoden beschrieben, auch bereits den Fund eines Echinosphäriten erwähnt.