Original paper

Ueber die Gruppen des Skapoliths, Chabasits und Phillipsits.

Rammelsberg, G.

Kurzfassung

Die fortschreitende Kenntniss der geometrischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften der Mineralien bat gelehrt, dass in vielen Fällen das, was man früher als ein Mineral bezeichnete, eine Gruppe von Mineralien umfasst, deren Glieder sehr nahe Beziehungen in jenen Eigenschaften erkennen lassen. Feldspath, Glimmer, Augit, Granat, Turmalin etc. sind heute nicht mehr Mineralien-, sondern Gruppennamen, und nirgends tritt diese Erscheinung mehr hervor, als in dem grossen Gebiete der Silicate. Die Glieder einer Gruppe sind isomorph, d.h. sie besitzen gleiche oder nahe gleiche Krystallform, und zwei oder mehrere von ihnen treten zu isomorphen Mischungen zusammen, ja diese Mischungen sind oft so überwiegend, dass die Grundverbindungen selten oder wohl gar noch nicht gefunden sind. Der Entdecker der Isomorphie sah in der analogen (stöchiometrisch gleichen) Zusammensetzung den Grund der gleichen Form. Allein die Erfahrung hat bei Mineralien gleich wie bei künstlichen Verbindungen viele Fälle von Gleichheit der Form, des optischen. Verhaltens etc. auch dann kennen gelehrt, wenn die Analogie der Zusammensetzung nicht vorhanden ist. Die Silicatgruppen gehören theilweise der einen, theilweise der anderen Art an. Es darf hier nur daran erinnert werden, dass z.B. in den Gruppen des Olivins, Granats, Augits, Turmalins, Epidots, Vesuvians etc. alle Glieder analog zusammengesetzt sind, so dass sie durch eine allgemeine Formel bezeichnet werden können. Dies ist nicht der Fall in anderen sehr wichtigen Gruppen, deren Glieder zwar chemisch ähnlich, jedoch nicht analog zusammengesetzt sind.