Original paper

Ueber das Vorkommen von Culm und Kohlenkalk bei Wildenfels unweit Zwickau in Sachsen.

Dalmer, Karl

Kurzfassung

Bereits durch Gutbier und Naumann ist festgestellt worden, dass in der Gegend von Wildenfels (4-5 km südöstlich von Zwickau), zwischen dem Rothliegenden und dem versteinerungsleeren Urthonschiefer, ohne irgend welchen Zusammenhang mit dem südlich von Zwickau, bei Oberhasslau endenden, vogtländischen Silur- und Devongebiete, Versteinerungen führende Kalksteine, Thonschiefer, Grauwacken und Diabasgesteine der älteren paläozoischen Schichtenreihe auf kurze Erstreckung zu Tage treten. Beide Forscher haben dieses interessante kleine Gebiet zum Gegenstande ausführlicher Beschreibungen gemacht, die zwar im Wesentlichen nur aus petrographischen Mittheilungen bestehen, jedoch auch einige nicht unwichtige Angaben über das Vorkommen von Versteinerungen sowie über Lagerungsverhältnisse enthalten. Insbesondere gebührt Naumann das Verdienst, auf die Versteinerungsführung der Grünauer Diabastuffe, auf den Crinoidenreichthum der schwarzen, massigen Kalke, sowie auf die Unterlagerung derselben durch die lichten, Kramenzelstructur aufweisenden Kalke, und endlich auf das höchst auffällige Vorkommen "neuerer", krystallinischer Schiefergesteine als integrirender Theile dieser paläozoischen Ablagerungen aufmerksam gemacht zu haben. Später hat sich auch Geinitz mit der Untersuchung des Wildenfelser Uebergangsgebirges befasst. Derselbe spricht in seinem Werke über die Versteinerungen der Grauwackenformation von Sachsen die Vermuthung aus, dass die schwarzen massigen Kalke dem älteren Devon angehören dürften, und führt als Beweis hierfür das Vorkommen von Cyathophyllum caespitosum Goldf. sowie Spirifer calcaratus Sow. in diesen Kalken an. In den jüngst vergangenen Jahren war es dem Verfasser vergönnt, im Auftrag der geologischen Laudesanstalt von Sachsen eine Detailaufnahme des in Rede stehenden Gebietes auszuführen.