Original paper

Über ein Diluvialgeschiebe welches seiner Form nach zu den bisher meist an der Oberfläche und zwar vorwiegend im oberen Diluvialsande aufgefundenen Pyramidall-Geschieben oder Dreikantnern gehört.

Wahnschaffe, Felix

Kurzfassung

An demselben ist eine durch zwei aneinander stossende, flach gewölbte Flächen gebildete Kante scharf entwickelt, während eine andere nur angedeutet ist. Ausserdem zeigt die der scharfen Kante gegenüberliegende Fläche eine deutliche Schrammung und Kritzung. Das Geschiebe fand sich in dem in der Ziegeleigrube von Crummendorf unweit Züllichau aufgeschlossenen Geschiebemergel, in welchem eine zur Ziegelfabrication benutzte Scholle Braunkohlenthons eingelagert ist. Der Vortragende wies darauf hin, dass dieser Fund insofern von Interesse sei, als ein derartiges Geschiebe zum ersten Male im Geschiebemergel und zwar mit unverkennbarer Schrammung beobachtet worden ist. Wolle man die Ansicht aufrecht erhalten, dass derartige Dreikantner nur an der Oberfläche und zwar unter dem Einfluss bewegten Wassers entstehen können, so müsse man annehmen, dass die Form des Steines vor Ablagerung des Geschiebemergels vorhanden gewesen und dass er nachher beim Vorrücken des Inlandeises in die Grundmoräne aufgenommen und geschrammt worden sei. Redner hielt es aber auch gerade bei dem vorliegenden Geschiebe für möglich, dass es ein Spaltungsstück sei, dessen Flächen bei dem Transport in der Moräne abgeschliffen seien, jedoch ohne diese Erklärung auf die oft mit ausserördentlich regelmässigen dreiseitigen Pyramiden versehenen Geschiebe des oberen Diluvialsandes anwenden zu wollen.