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Über die Jura-Ablagerungen von Hohenstein in Sachsen

Bruder, G.

Kurzfassung

Schon B. Cotta hat in seiner Abhandlung über die Lagerungsverhältnisse an der Grenze zwischen Granit und Quadersandstein bei Meissen, Hohnstein, Zittau und Liebenau ein Verzeichniss von Hohnsteiner Jurapetrefacten gegeben, aus welchem hervorgeht, dass die daselbst in umgekippter Lagerung zwischen dem Granit als Hangendem und Quadersandstein als Liegendem, auftretenden Schichten: rothe Thone, schwarze Lage, Mergel und Kalksteine, Sandwand (Kreide), sich nicht nur durch ihre petrographische Beschaffenheit, sondern auch durch ihre Petrefactenführung unterscheiden. An der Hand des ungemein reichhaltigen Materials, welches mir durch die Güte der Herren H. B. Geinitz, A. Stelzner, K. Zittel, und während meines Aufenthaltes in Berlin auch von den Herren Beyrich und Dames in freundlichster Weise zur Verfügung gestellt wurde, bin ich heute schon in der Lage, Nachfolgendes zur näheren Altersbestimmung dieser Schichten beizutragen. Die rothen Thone, welche bisher keine Versteinerung geliefert haben, entziehen sich vorläufig jeder genaueren Beurtheilung. Die sogen, schwarze Lage enthält nur spärliche organische Reste, unter denen Pleurotomaria granulata sowie Fragmente eines grossen Peltoceras für deren Altersbestimmung noch die meiste Bedeutung haben, indem sie auf oberes Callovien oder noch mehr auf unteres Oxfordien schliessen lassen.