Original paper

Ueber einige wichtige Mollusken der Aachener Kreide.

Holzapfel, Eduard

Kurzfassung

Bereits durch Goldfuss und A. Romer wurde eine Reihe von Fossilien aus der Aachener senonen Kreide abgebildet und beschrieben, besonders aus den der oberen Quadratenkreide angehörigen Grünsandschichten, welche Roemer als obere Quadermergel bezeichnet. Unter den Lamellibranchiaten hatte Goldfuss eine Anzahl mit Formen identificirt, welche Sowerby von Blackdown beschrieben hatte. Leider waren die Gold-Fuss'schen Originale in vielen Fällen recht mangelhaft erhalten, so dass beim Zeichnen eine Reconstruction nothwendig wurde, welche nicht immer eine glückliche war. Romer führt daher mehrere der bereits von Goldfuss beschriebenen Formen, die er nicht erkannte, als neue Arten auf und bildet dieselben in freilich ziemlich roher, aber meist charakteristischer Weise ab, welche die betr. Arten mehrfach deutlicher erkennen lässt, als die sonst so vorzüglichen Hohe'schen Zeichnungen in den Petrefacta Germaniae. Müller führt dann in seiner Monographie der Aachener Kreideversteinerungen vielfach idente Romer'sche und Goldfuss'sche Arten nebeneinander an und zuweilen dieselbe Art noch unter einem dritten neuen Namen, da er den Erhaltungszustand zu wenig oder kaum berücksichtigte. Die Verwirrung wurde noch vermehrt durch D'Orbigny, welcher wohl kaum Originalexemplare untersucht hat und nach den vorliegenden Zeichnungen die Identität mancher Arten bei Romer und Goldfuss nicht erkannte und im Prodrome daher solche Formen nebeneinander aufführt, die von Goldfuss mit Blackdowner Arten identificirten Formen jedoch, wohl lediglich auf Grund ihres geologischen Vorkommens neu benannte. In Folge dieser Verhältnisse ist die Synonymik einzelner Arten eine höchst verwirrte geworden, indem der eine Autor nach Goldfuss, der andere nach D'Orbigny, ein dritter nach Rombr citirt. Mit einer neuen Bearbeitung der Aachener Kreidefauna beschäftigt, erscheint es mir daher angezeigt, diese meist horizontal und zum Theil auch vertical verbreiteten Formen hier specieller zu besprechen und namentlich die von Goldfuss und Romer beschriebenen zweifelhaften Arten klar zu stellen.