Original paper

Ueber Gesteine von Labrador.

Wichmann, Arthur

Kurzfassung

Nur spärlich fliessen die Nachrichten, welche uns Auskunft über die Geognosie der Halbinsel Labrador zu geben im Stande sind. Und doch darf dieses Gebiet, von dem schon seit Ende des vorigen Jahrhunderts zwei in mancher Beziehung berühmte Mineralien, nämlich der farbenwandelnde Labradorit und der Hypersthen hergeholt wurden, einiges Interesse für sich in Anspruch nehmen. Namentlich die folgenden Fragen sind es, Welche der Beantwortung bedürfen: Welches sind die Fundorte des farbenwandelnden Labradorits? Welches ist sein Muttergestein? Welche Beziehungen bestehen zwischen dem Labradorit und Hypersthen? Welche geologische Stellung nehmen die betreffenden Gesteine ein? Nach den vorhandenen resp. mir zugänglichen Berichten, sowie an der Hand einiger aus der näheren Umgebung von Nain vorliegender Gesteinshandstücke möchte ich die genannten Fragen zu beantworten versuchen. Die Mittheilungen, welche sich in den Lehrbüchern über das Vorkommen des Labradorits vorfinden, sind auf die ersten Berichte im vorigen Jahrhundert zurückzuführen. Brückmann schreibt das Folgende: "Der Labradorstein soll sich, so wie Herr Schreber sagt, in den Felsen unweit Naive finden. Auf der St. Pauls-Insel findet er sich nach Aussage der Herrnhuter am häufigsten. [...]