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Beitrag zur Kenntuiss der granitischen Diluvialgeschiebe in den Provinzen Ost- und Westpreussen.

Seeck, Arthur

Kurzfassung

Die Literatur über die krystallinischen Geschiebe setzt sich vorwiegend aus Arbeiten neueren Datums zusammen. Die Schriften älterer Autoren beziehen sich mehr auf allgemeine Beobachtungen über das Verhältniss der Geschiebe in einzelnen Ländern und auf die Beschreibung einzelner häufiger vorkommender Arten, enthalten aber auch schon vielfach mehr oder weniger genaue Heimathsbestimmungen. Die neueren Arbeiten geben wesentlich eine Uebersicht über die in einzelnen beschränkteren Gebieten vertretenen Gesteinsarten mit genauer makroskopischer und vielfach auch mikroskopischer Untersuchung. Als wichtig sind zu nennen:[...] Historisches. Die ersten Untersuchungen über krystallinische Geschiebe aus Preussen stammen von Wrede [1] und Setzen her. Wrede bespricht namentlich die Verhältnisse, wie sie uns der Nordstrand des Samlandes darbietet. Die im westlichen Theile des Strandes, um Brüsterort, Kl.- und Gr.-Kuhren und Warnicken hohen und steilen Ufer sind mit grossen Geschiebeblöcken verschiedener Art, wie Granit häufig mit Granaten, Granitporphyr, Hornblendeporphyr, auch etwas Glimmerschiefer und Mandelstein bedeckt. Razumowsky ([2] pag. 82 ff.) macht vornehmlich darauf aufmerksam, dass dieselben Gesteine, die er in grosser Menge in den russischen Ostseeprovinzen beobachtet hat, oder wenigstens sehr ähnliche, im nördlichen Preussen bei Memel, im Thal der Dange sich wiederfinden; so namentlich häufig Geschiebe eines "granit glanduleux feldspathique", der in Finland bei Wiborg ansteht und heute unter dem Namen Rapakivi allgemein bekannt ist. - Ausserdem erwähnt er zahlreiche feinkörnige Syenite, Gneiss und Glimmerschiefer, Porphyre und einen rothen Thonschiefer von Memel. Hierzu gehören noch einige grobkörnige Syenitgranite: Nasser Garten (166), Palmburg (261). beta. Wiborger Rapakivi: Fleisch - rothe Orthoklase, oft in Kugeln, dann von grünem Plagioklas umgeben, oder in grossen, Leisten-förmigen Krystallen; bläulicher Quarz; der Plagioklas oft verwittert; das ganze Gestein ist dann mürbe und zerfällt leicht. - Rauschen (268), Nasser Garten (400), Langenau bei Danzig (121), Manche Geschiebe vollkommen frisch: Elbing (42), Nasser Garten (111), Rauschen (278), Labiau (250).