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Ueber japanisches Carbon.

Gottsche, Carl

Kurzfassung

Ihrem Wunsche entsprechend will ich versuchen, Ihnen mitzutheilen, was ich aus meinen Collectaneen über japanisches Carbon greifen kann. 1) Der Fundort des zu Schalen verarbeiteten Fusulinen-Kalkes ist Akasaka am Nakasendo, Provinz Mino. Die Schichten des Carbon fallen sehr seicht gegen OSO. ein, und glaube ich - der betr. Aufschluss ist sehr mässig - von unten nach oben unterscheiden zu können: 1. Krystallinische weisse Kalke, ? ohne Versteinerungen mit Wollastonit, 2. Breccie mit Crinoidenstielen, 3. Eisenschüssiger Kalkstein dto., 4. Graue Kalksteine mit Crinoiden und Fusulina, 5. Graue Kalksteine ohne Crinoiden mit Fusulina, 6. Dunkle, splittrige Kalke mit grossen Schwagerinen. Die Gesammtmächtigkeit beträgt mindestens 110-120 m, die Mächtigkeit der einzelnen Schichten konnte des Pflanzenwuchses wegen nicht ermittelt werden. 2) An Versteinerungen von Akasaka kenne ich - meist in schlechten Bruchstücken - Archaeocidaris, Poteriocrinus, Pentacrinus (wenigstens ein 5 seitiger Stiel), Favosites, ? Cyathophyllum, Pleurotomaria, ? Murckisonia, Bellerophon aff. hiulcus Sow. - keine Pelecypoden, Brachiopoden, Crustaceen, aber zahlreiche Foraminiferen, mindestens 3 Fusulinen, 2 Schwagerinen, Endothyra, Trochammina und Textilaria. Zu Species - Bestimmungen konnte ich aus Mangel an Literatur und Vergleichsmaterial nicht kommen; doch bringe ich 1885 meine Akasaka - Sachen mit nach Europa, um sie eventuell zu bearbeiten. 3) Aehnliche Carbonkalke, nicht immer durch Fusulina gekennzeichnet, sind mir von ca. 20 anderen Fundorten bekannt, welche mit ganz wenigen Ausnahmen auf dem Ostabfall der japanischen Hauptinsel gelegen sind, und zwar etwa zwischen 39° 10' und 31° 20' nördl. Br. 4. Das häufige Auftreten von Schwagerinen hat in mir den Verdacht wachgerufen, dass theilweise oberstes Carbon oder unteres Perm vorliegt.