Original paper

Ueber Korallen und Brachiopoden von Wildenfels.

Geinitz, H. B.

Kurzfassung

Unter Bezugnahme auf eine Abhandlung des Herrn K. Dalmer über das Vorkommen von Culm und Kohlenkalk bei Wildenfels unweit Zwickau in Sachsen kann ich nur wiederholen, was ich Herrn Dalmer schon direct ausgesprochen habe, dass die paläontologischen Beweise, welche derselbe für die Stellung des Wildenfelser Kalksteins zum Kohlenkalke gegeben zu haben vermeint, auf sehr schwachen Füssen stehen. Ich lasse es dahingestellt sein, ob man hier dem Vorkommen unbestimmbarer Foraminiferen ein so grosses Gewicht zuschreiben darf, als dies von Herrn Dalmer geschieht, indem er meint, dass Foraminiferen bisher in silurischen und devonischen Schichten noch nicht aufgefunden worden seien, und überlasse auch die von mir zu Melocrinus laevis Goldf. gestellten Crinoideen-Glieder einer beliebigen Deutung; dagegen muss ich, auch nach den neuesten sorgfältigen Untersuchungen der in unserem königl. mineralogischen Museum befindlichen Korallen von Wildenfels, welche mein Assistent Herr Dr. Deichmüller ausgeführt hat, meine frühere Bestimmung zweier Exemplare als Cyathophyllum caespitosum Goldf. aufrecht erhalten. Dr. Deichmüller spricht sich darüber in folgender Weise aus: "Das von Dr. Dalmer als Lithostrotion proliferum bezeichnete Exemplar soll sich von Cyathophyllum caespitosum durch Vorhandensein einer Columella unterscheiden. Auf der verwitterten Oberfläche könnte es allerdings erscheinen, als sei eine solche vorhanden, indem sich die Septen nach der Mitte scheinbar nach oben biegen, so dass die Mitte des Kelches vorragt, eine Erscheinung, die aber auch an Cyathophyllen beobachtet wird. Die Prüfung von etwa 10 Querschliffen einzelner Individuen hat das Vorhandensein einer Columella keinzelner. Bewiesen, die Septen erreichen nicht einmal ganz die Mitte". [...]