Original paper

Ueber Ornithocheirus hilsensis Koken und über Zirkonzwillinge.

Meyer, O.

Kurzfassung

In dem vierten Heft dieser Zeitschrift 1883 befindet sich ein Aufsatz: "Die Reptilien der norddeutschen unteren Kreide" von Herrn Ernst Koken. In demselben beschreibt Herr Koken das Fragment eines Knochens als distales Ende des Metacarpale eines Flugsauriers, den er Ornithocheirus hilsensis nennt. Wenn diese Deutung des Kuochenstücks eine richtige wäre, so wäre damit zum ersten Male der Beweis des Vorhandenseins von Flugsauriern, und zwar von riesigen, in der deutschen Kreideformation erbracht. Dieses behauptet Herr Koken auch, und dadurch gewinnt das betreffende Stück ein erhöhtes Interesse. Die vier, wie es scheint, mit Sorgfalt ausgeführten Abbildungen desselben ermöglichen es, ein Urtheil über dasselbe zu gewinnen. Herr Koken hat Recht, wenn er sagt, dass kaum ein anderer Knochen so charakteristisch gebaut und für die Pterosaurier so bezeichnend ist, wie das Metacarpale des Flugfingers; aber gerade aus diesem Grunde unterliegt es für mich keinem Zweifel, dass das betreffende Stück ein solches Metacarpale nicht ist. So weit ich diesen Knochen bei den cretaceischen und jurassischen Flugsauriern Nordamerica's durch Augenschein kennen zu lernen die Gelegenheit hatte, sowie aus den Abbildungen namentlich Owen's und Seeley's geht für mich das Folgende hervor: [...]