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Über die Grenzen der Zechsteinformation und der Dyas überhaupt.

Geinitz, H. B.

Kurzfassung

Der Vortragende weist 1. nach, dass man als oberstes Glied der Zechsteinformation nur den Plattendololomit mit Schizodus Schlotheimi Gein. und Aucella Hausmanni Goldf. sp. betrachten könne, während man die auf den geologischen Specialkarten von Preussen und Sachsen unter Z. O. 3 noch zum Zechstein gerechneten sogenannten "oberen bunten Letten" oder "unteren Bunten" Murchison's in keinem Falle von dem bunten Sandstein trennen könne. Er führt diesen Nachweis mit Hülfe einer Anzahl Profile aus den Gegenden von Krimmitzschau, Meerane, Gera u. s. w., die noch im August d. J. von ihm und Herrn Bergschuldirector Dittmarsch aus Zwickau, zum Theil von Herrn R. Eisel in Gera aufgenommen worden sind, so wie durch das Vorkommen von Fährten des Chirosaums Barthi u.a. Triasfossilien in jenen oberen bunten Letten in den Brüchen von Crotenleite bei Gössnitz, welche zur Ansicht vorliegen. Diese Beobachtungen stehen im vollen Einklange mit denen des Rev. A. Irving (Quart. Journ. of the Geol. Soc. of London, August 1884, Vol. pag. 389 ff.). Es empfiehlt sich demnach, jene als Z. O. 3 aufgeführten Letten mit Emmrich als "unteres Röth" zu bezeichnen. 2. Die untere Grenze der Zechsteinformation fällt mit dem eigentlichen Weissliegenden Freiesleben's, oder dem Zeichsteinconglomerat Beyrich's zusammen. Der Vortragende spricht sich wiederum gegen die Uebertragung des Wortes Weissliegendes auf gebleichte Schichten des Rothliegenden aus. [...] Herr Herm. Credner entgegnete mit Bezug auf diesen Vortrag Folgendes: Herr Geinitz hat wiederholt und bei verschiedenen Gelegenheiten, so auch in dem eben gehörten Vortrage seine Missbilligung darüber ausgesprochen, dass die Geologen der königl. sächsischen Landesuntersuchung, entgegen seiner persönlichen Anschauung, die bunten Letten, welche die Plattendolomite des oberen Zechsteines auch innerhalb der sächsischen Perm-Areale überlagern, zur Zechsteingruppe, - nicht aber zum Buntsandstein gezogen haben.