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Über Turmalinsfels

Sauer, Adolf

Kurzfassung

Herr Stelzner stellt die primäre Natur des Zinnerz in Frage. Herr Sauer wies darauf hin, dass auch in Sachsen diese eigenthümliche Ausbildung des Turmalin jedoch unter anderen geologischen Verhältnissen wie die vom Vorredner geschilderten auftritt. Hier ist es der erzgebirgische, Granit-führende Glimmerschiefer, welcher neben untergeordneten Einlagerungen von Amphibolit, Quarzitschiefer etc. auch gar nicht selten dicklenticuläre, Faust- bis Meter-grosse Turmalinfelsmasen führt. Diese besitzen in Folge ihres z. Th. vollkommen dichten Gefüges ein so fremdartiges, so wenig an Turmalingestein erinnerndes Aussehen, dass man erst nach chemischer und mikroskopischer Untersuchung über deren mineralische Natur in's Klare kommt. Von den bisweilen lagen- und schmitzenartig sich hindurchziehenden Quarz-, Muscovit- oder Klinochlor-Aggregaten abgesehen ist die Structur dieser Turmalinfelslinsen selbst bei deren minimalster Entwickelung in nur faustgrossen Knollen eine völlig regellose. Ihre bedeutende Widerstandsfähigkeit gegen die gesteinzerstörenden Agentien, welche noch diejenige ihres Nebengesteins, des Quarz-reichen Glimmerschiefers, übertrifft, bringt es mit sich, dass man meist diese Turmalinfelsmassen unter Erhaltung ihrer ursprünglichen Linsenform aus dem Glimmerschiefer herausgewittert auf der Oberfläche verstreut vorfindet. Dieselben sind an kein bestimmtes Niveau der Glimmerschieferformation gebunden und treten bald nur vereinzelt, bald zu Schwärmen vereinigt auf. Für die mitgetheilten Structur-, Verband- und Lagerungsverhältnisse des dichten Turmalinfels ist ein Profil an den Himmelreichfelsen in der Südwestecke der Section Elterlein (Geolog. Specialkarte d. Kgr. Sachsen, Leipzig 1879) beweisend, welches etwa 8-10, bis mehrere Decimeter dicke Linsen dieses Gesteines neben und übereinander im Glimmerschiefer eingelagert zeigt.