Original paper

Ueber den Porphyr mit sogenannter Fluidalstructur von Thal im Thüringer Wald.

Weiss, Ch E

Kurzfassung

Ein Vorkommen von Quarzporphyr in der Nähe von Thal bei Eisenach, welches in ausgezeichneter Weise gewisse schlechthin als Fluidalstructur bezeichnete Erscheinungen unter sehr merkwürdigen Verhältnissen zeigt, ist zwar bisher der Aufmerksamkeit der Geologen nicht entgangen, verdient aber auch in besonderem Grade deren Beachtung. In letzter Zeit hat Herr Dr. Bornemann in einem Aufsatze: "Von Eisenach nach Thal und Wutha" im Jahrbuch der preuss. geolog. Landesanstalt, Jahrg. für 1883, pag. 386, über einen Theil dieser Porphyre berichtet und durch ein wohlgelungenes mikroskopisches Bild jene Structur erläutert, nachdem schon im Jahre vorher Lossen (s. diese Zeitschr. 1882, pag. 678) Beobachtungen an ihnen mitgetheilt hatte. Die eigentümliche Structur dieser Gesteine, welche bei der Betrachtung wohl allgemein als Fluidalstructur angesehen werden wird, besteht darin, dass vor Allem die Quarze vorherrschend oder sämmtlich nach einer Richtung lang gezogen und parallel sind, dass auch die grösseren Feldspathkrystalle nicht selten, wenn auch nicht so entschieden ausgeprägt, sich mit ihrer Längsrichtung parallel den Quarzen stellen und dass die zwischen den Quarzen und Feldspäthen sich hinziehende Grundmasse schon für das Auge oder die Lupe kenntlich eine gleiche parallele Richtung und Structur durch die Lage der kleinen in ihr eingebetteten verschiedenartigen Theilchen sowie durch eine Neigung zu ungleich gefärbten, band- und linienförmigen Streifen oder flaseriger Beschaffenheit bekundet. Die Quarze, an welchen die Richtung dieser Parallelstructur am leichtesten wahrnehmbar ist und mit denen sich optisch bereits Lossen beschäftigt hat, sind in ihrer linearen Ausdehnung oft leicht gebogen oder geschlängelt, spitz auslaufend, so dass man sie mit Lossen bezeichnend "geschwänzte" Quarze nennen kann.