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Kreide und Tertiär von Finkenwalde bei Stettin

Brrendt, G.

Kurzfassung

Die Kreide von Finkenwalde ist in früheren Jahren mehrfach Gegenstand der Besprechung gewesen. Auch des Vorkommens von Septarienthon an dieser Stelle wird dabei Erwähnung gethan. Seitdem - die letzte Beschreibung stammt aus dem Jahre 1868 - haben die Aufschlüsse aber so namhafte hafte Ausdehnung erlangt, dass es an sich lohnen würde, dieselben einmal einer genaueren und eingehenden Untersuchung zu unterziehen und will ich nicht unterlassen, hiermit auf dieselben hingewiesen zu haben. Namentlich die Cementfabrik Stern hat die Gewinnung der Kreide in dem letzten Jahrzehnt in so grossartigem Maassstabe betrieben, dass der Tagebau der unteren oder sogenannten Kalkgrube, aus welcher die Förderung auf besonderer Schienenbahn mittelst Locomotivbetrieb tief unter der Chaussee hindurch zu den Förderschächten der Fabrik geführt wird, geradezu als sehenswerth bezeichnet werden kann. Als ich im Herbste 1884 die gegen früher kaum wiederzuerkennenden Aufschlüsse besuchte, waren es zwei Punkte welche meine Aufmerksamkeit besonders erregten und demnächst Gegenstand einer Mittheilung bildeten, welche ich die Ehre hatte in der November-Sitzung der deutschen geolog. Gesellschaft vorzutragen, bezw. in den folgenden Zeilen wiederzugeben: das Vorkommen echter Braunkohlenquar zite im Untergrunde des Diluviums bezw. auf der Oberfläche der Kreide einerseits und andererseits die Gesammtlage rungsverhältnisse der Finkenwalder Kreide überhaupt.