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Ueber den Kohlenkalk von Wildenfels in Sachsen.

Dalmer, Karl

Kurzfassung

Im dritten Heft des laufenden Bandes dieser Zeitschrift (pag. 661) hat Herr H.B. Geinitz den paläontologischen Theil meiner Arbeit über "das Vorkommen von Culm und Kohlenkalk bei Wildenfels" (dieser Band pag. 379) einer abfälligen Kritik unterzogen, auf die ich Folgendes zu erwidern habe. Zunächst muss ich hervorheben, dass die von mir vertretene Ansicht von dem subcarbonischen Alter der dunklen Kalke von Wildenfels sich durchaus nicht ausschliesslich auf paläontologische, sondern vielmehr wesentlich auch auf stratigraphische und petrographische Thatsachen stützt. Vor Allem ist zu betonen, dass die directe Auflagerung des betreffenden Schichtensystems, dem die Kalklager angehören, auf den oberdevonischen Clymenienkalken in Steinbrüchen beobachtet worden ist (vergl. Erläuter. zu Sect. Kirchberg pag. 48 u. 52) und dass sowohl die Kalke, die sieh durch schwarze Farbe sowie Reichthum an Crinoiden-, Bryozoen- und Foraminiferenresten auszeichnen, als auch die in Begleitung derselben auftretenden Kieselschiefer-reichen Grauwacken und Conglomerate sowie die Thonschiefer bis in die geringfügigsten Details mit den entsprechenden Gesteinen des benachbarten thüringisch-fichtelgebirgischen Culms übereinstimmen. Ich bin in der Lage, für letztere Behauptung das gewiss maassgebende Zeugniss des Herrn Th. Liebe anführen zu können, dem ich Anfang dieses Winters eine Suite von Gesteinen des Wildenfelser Culms vorzulegen Gelegenheit hatte und der dieselben sofort für typische Culmgesteine erklärte. Diese völlig mit derjenigen des thüringer Culms übereinstimmende petrographische Zusammensetzung des in Rede stehenden Schichtencomplexes fällt umsomehr in's Gewicht als auch die direct unter demselben folgende devonische und silurische Schichtenreihe fast genau dieselbe Gliederung und petrographische Beschaffenheit wie die Silur- und Devonablagerungen Thüringens und des Fichtelgebirges aufweist.