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Über Trigonia alata Schloth. sp. und Aporrhais papilionacea Schloth. sp.

Dames

Kurzfassung

Veranlassung zu dieser Vorlage gab eine in diesem Bande pag. 454 ff. veröffentlichte Arbeit Herrn Holzapfel's über einige wichtige Mollusken der Aachener Kreide. Auf pag. 457 findet sich gelegentlich der Discussion über Trigonia Vaalsiensis die Bemerkung, dass Brauns dieselbe als Trigonia alata Schloth. bezeichnet habe, und es heisst dann: "Es käme ihr allerdings dieser Name zu, wenn sich derselbe wirklich auf die Art bezöge, was sich jedoch wohl kaum wird constatiren lassen." Zunächst nun ist schwer einzusehen, weshalb sich das nicht constatiren lassen soll, da die Schlotheim'sche Sammlung, wie allgemein bekannt, dem Berliner paläontologischen Museum angehört und der Inhalt derselben zur Vergleichung stets zugänglich ist. In diesem Falle aber war eine Constatirung, was Trigonia alata der Schlotheim'schen Sammlung in Wahrheit ist, um so weniger nothwendig, als bald nach der Veröffentlichung der Brauns'schen Arbeit über den Salzberg bei Quedlinburg Giebel mitgetheilt hat, dass Trigonia alata Schloth. sp. aus dem Neocom von Neuchâtel stammt und mit Trigonia caudata Ag. ident ist. In Bezug auf Aporrhais papilionacea ist Herr Holzapfel der Ansicht, dass dieselbe die Bezeichnung Aporrhais (Lispodesthes) Schotheimi Rom. sp. erhalten müsse, weil A. Romer sicher die Aachener Form mit diesem Namen belegt habe, und dass der Name Aporrhais papilionarea trotz seiner grossen Verbreitung in der Literatur unter die Synonyma zu verweisen sei. - Dazu sei Folgendes bemerkt. Es ist zunächst schwer festzustellen, welcher von beiden Namen die Priorität besitzt, da Goldfuss's Petrefacta Germaniae III. von 1841-1844, A. Romer's Kreidewerk von 1841 datirt ist. Es würde sich deshalb darum handeln, denjenigen Namen zu wählen, unter welchem die Art am kenntlichsten beschrieben und abgebildet ist. Ich kann in dieser Hinsicht nicht mit Herrn Holzapfel übereinstimmen, wenn er den Romer'schen Namen annimmt, "trotz der ohne Aachener Vergleichsmaterial unbestimmbaren Abbildung" und den Goldfuss'schen Namen cassirt, "da die, Abbildung desselben bezüglich des Flügels nicht richtig ist." - Die Schlotheim'sche Sammlung enthält übrigens noch ein zweites Stück derselben Art unter der Bezeichnung "Buccinites terebratus", und diesem Namen gebührt eigentlich die Priorität, da es in Schlotheim's Petrefactenkunde früher gedruckt ist (pag. 133) als Strombites papilionatus (pag. 154). Da derselbe noch nirgends Anwendung gefunden hat und völlig obsolet geworden ist, so wird er wohl am zweckmässigsten unterdrückt.