Original paper

Über einen Kalkstein aus Macama

Philippi, R. A.

Kurzfassung

Der Vorsitzende theilte sodann den Inhalt einer der Gesellschaft durch Herrn Ochsenius übermittelten Zuschrift des Herrn R. A. Philippi in Santiago (Chile) mit, in welchen dieser über einen eigenthümlichen, in der Wüste Atacama unweit Carocoles gefundenen, aus einem hellfarbigen, mergeligen Kalkstein bestehenden Körper berichtet, von welchem er unentschieden lässt, ob derselbe ein blosses Naturspiel sei oder ob ihm etwas Organisches zu Grunde liege. Von diesem Körper, für den Herr Philippi den Namen Sparganiotes (d.i. Wickelkind) vorschlägt, giebt der nebenstehende, nach einer Zeichnung des Herrn Philippi angefertigte Holzschnitt eine Vorstellung. In einer Nachschrift zu dieser Mittheilung fügt Herr Ochsenius seinerseits noch die Bemerkung hinzu, dass sich auch in Atacama bis zu 15 cm Durchmesser haltende Concretionen fänden, die conischeu Pilzhüten und glockenförmigen Medusen-Mänteln sehr ähneln und von welchen einzelne sogar auf der dunklen runden Oberfläche ein ganzes System von aderartig verlaufenden, vertieften Linien zeigen, die vom Scheitelpunkt des Gebildes kommend, sich in radialer Richtung erstrecken, in zwei bis drei Aeste gabeln und daher dem äusseren Rande das Buchtige der Begrenzung geben, welches auch bei den eigenhthümlichen sogen. versteinerten Pilzen des Trucker Valley in Nevada vorkommt. Herr Ochsenius vermuthete bei den Exemplaren aus Atacama auf eine Analogie mit jenen Schwammformen von Thinolith aus Nevada, welche Cl. King auf t. XXV. im 1. Bande seiner Exploration of the 40th Parallel abbildet, oder mit den sogen, clavos von Lagunilla zu stossen; es stellte sich jedoch heraus, dass die Gesteinsmasse gewöhnlicher Liaskalkstein war, ohne dass irgend eine Spur von Pseudomorphosen-Natur, wie bei den Nevada-Thinolithen, oder gar von organischer Structur an denselben zu entdecken gewesen wäre.