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Schmelzversuche mit Pyroxenen und Amphibolen und Bemerkungen über Olivinknollen.

Becker, Arthur

Kurzfassung

Es erschien mir von Interesse, der Frage, ob das Krystallsystem der verschiedenen Pyroxene lediglich von der chemischen Zusammensetzung, derselben bedingt sei, experimentell näher zu treten. Ich habe daher eine Reihe von Versuchen in der Weise angestellt, dass ich eine Anzahl von Pyroxenen und Amphibolen in einem Ofen nach Leclere und Forquignon zu einer Flüssigkeit schmolz, dann einen Theil der Schmelze rasch abkühlte, um mich zu überzeugen, dass hierbei ein vollständig amorphes Glas entstand, den Rest aber längere Zeit (8-36 Stunden) auf einer möglichst nahe unter dem Schmelzpunkt liegenden Temperatur erhielt und dann langsam erkalten liess. Auf diese Weise erreichte ich, dass fast die ganze Schmelze krystallinisch erstarrte, nur der oberste Theil derselben zeigte bei einigen Versuchen noch etwas amorphe Substanz. In folgenden Zeilen will ich nun über die hauptsächlichsten dieser Experimente kurz berichten. 1. Rhombische Mineralien. Hypersthen von der Pauls-Insel bei Labrador, Bronzit von Kupferberg und Enstatit von Bamle in Norwegen wurden jeder für sich im Platintiegel einer möglichst hohen Temperatur ausgesetzt; es gelang, diese Mineralien, auch den sehr schwer schmelzbaren Eustatit, so weit zu verflüssigen, dass ein hineingetauchter Drath mit einem dünnen Ueberzug geschmolzener Masse versehen wurde. Die Structur der erstarrten Schmelze ist ganz verschieden von derjenigen der ursprünglichen Mineralien, was ein fernerer Beweis dafür ist, dass hier Neubildungen vorliegen. Das Erstarrungsproduct besteht meist aus einem Aggregat von länglichen, mehr oder weniger deutlich contourirten Krystallen, von welchen immer mehrere parallel neben einander liegen und optisch gleich orientirt sind.