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Die Korallenfauna des Oberdevons in Deutschland.

Frech, Fritz

Kurzfassung

Einleitung. Die oberdevonischen Korallen Deutschlands sind bereits mehrfach Gegenstand der Bearbeitung geworden; jedoch fehlte es bisher an einer zusammenfassenden Darstellung, welche wohl um so mehr begründet ist, als die betreffende Literatur zum grösseren Theil aus älterer Zeit stammt und die Kenntniss der palaeozoischen Korallen seitdem durch die bahnbrechenden Arbeiten von Kunth und Nicholson auf neuer Grundlage aufgebaut ist. Der erste Theil vorliegender Arbeit enthält einen kurzen geschichtlichen Ueberblick und Bemerkungen über die Zusammensetzung und Bildung des Kalkgerüsts bei palaeozoischen Korallen. Dann folgt die systematische Beschreibung der verschiedenen Gattungen und Arten. Den letzten Theil bildet eine Uebersicht der horizontalen und verticalen Verbreitung derselben in Deutschland und Europa überhaupt, sowie die daraus zu ziehenden stratigraphischen Folgerungen; daran schliesst sich die kurze Darstellung des geologischen Vorkommens der Korallen und eine vergleichende Betrachtung der für die abweichenden Faciesbildungen charakteristischen Faunen. Auf die Stammesgeschichte der palaeozoischen Korallen im Zusammenhang einzugehen, erscheint wegen der Lückenhaftigkeit der vorliegenden Thatsachen nicht ausführbar. Das bearbeitete Material stammt von folgenden Fundorten: Stollberg, Frankenberg und Cornelimünster bei Aachen; Velbert im Bergischen; Langenaubach bei Haiger, Löhren bei Dillenburg, Sessacker und Beilstein bei Oberscheld (sämmtlich in Nassau); Aminenau-Oberndorf bei Marburg; Enkeberg bei Brilon; Martenberg bei Adorf in Waldeck; Grund und Rtibeland im Harz; Schübelhammer, Elbersreuth, Steinach und Geigen im Fichtelgebirge; Oberkunzendorf und Ebersdorf in Schlesien. Von ausserdeutschen Fundorten liegen zahlreiche Korallen aus Belgien (von Namur, Couvin, Verviers und Chauxfontaine) und Nordamerika (Rockford, Jowa), sowie eine reichhaltige Sammlung von Torquay (Devonshire) zum Vergleiche vor.