Original paper

Ueber die zweite Ausbreitung des skandinavischen Landeises.

De Geer, Gerard

Kurzfassung

Auf den geologischen Blättern Upperud, Degeberg und Rådanefors, am südwestlichen Ende des Wenernsees, sind drei parallele Reihen von Moränenhügeln eingezeichnet, welche in den Beschreibungen zu genannten Blättern als Endmoränen eines gegen den Schluss der Eiszeit durch das Wenernthal sich ergiessenden Gletschers aufgefasst werden. Als ich vor einigen Jahren diese Endmoränen auf einer Uebersichtskarte von Skandinavien einzeichnete, kam mir der Gedanke, dass sie vielleicht nicht nur eine für das Wenernthal locale Bildung, sondern möglicherweise die directe Fortsetzung der im Kristianiathal unter dem Namen "raerne" bekannten Endmoränen seien, und als ich diese nach Kjerulf's und Dahll's geologischer Karte vom "söndenfjeldke Norge" eingetragen hatte, wurde ich in dieser Ansicht bestärkt. Die drei Moränenlinien fanden sich nämlich im Kristianiathal wieder und hier lagen, ebenso wie in Dalsland, die zwei nördlichen nahe bei einander, waren aber ein gutes Stück von der südlichen getrennt. Letztere verläuft über Laurvig, Horten, Moss und Fredrikshald und kann der Einfachheit wegen die Mossmoräne, die beiden erstgenannten dagegen die nördliche und die südliche Dröbaksmoräne genannt werden. Näheren Aufschluss über die Lage der Moränen erhält man leicht aus der beigefügten Karte. Ungefähr in der Mitte zwischen der südlichen norwegischen und der südlichen schwedischen Moräne findet sich bei der Kirche von Råggärd auf dein Blatt Upperud ein "rullstensås" verzeichnet, welcher wider die Regel senkrecht gegen die Richtung der Schrammen oder richtiger gegen die allgemeine Neigung des Landes verläuft. Man wird daher geneigt sein anzunehmen, dass dieser Ås längs der Kante des Laudeises gebildet und dadurch ein Glied der südlichen Endmoräne wurde. Um die östliche Fortsetzung der drei Moränenlinien zu finden, prüfte ich in dieser Hinsicht die topographischen Karten.