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Lodanella mira, eine unterdevonische Spongie.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Während man Spongien schon aus cambrischen Schichten kennt und solche weiter aufwärts, in silurischen und carbonischen Ablagerungen ziemlich zahlreich angetroffen werden, so sind auffallender Weise in devonischen Bildungen Spongien bis jetzt nur ganz vereinzelt gefunden worden. F. Romer führt in seiner Lethaea palaeozoica von devonischen Schwämmen nur Astraeospongia an, während Hinde in seinem neuen Werke über die fossilen Spongien des Britischen Museums aus dem Devon ausser der genannten Gattung nur noch Dictyophyton, die neue (auf einen vereinzelten Fund von Kieselnadeln im belgischen Unterdevon begründete) Gattung Lasiocladia, sowie die zu den Calcispongien gehörige, mesozoische Gattung Peronella angiebt, zu welcher letzteren er nach dem Vorgange von Zittel eine kleine, von den Brüdern Sandberger aus dem Kalk von Villmar beschriebene Form (Scyphia constricta) rechnet. Was im Besonderen das rheinische Devon betrifft, so kennt man aus demselben, abgesehen von dem zuletzt genannten, seiner Natur nach wohl noch etwas zweifelhaften Villmarer Fossil, bisher mit Sicherheit nur zwei Spongien, nämlich die Genera Astraeospongia und Dictyophyton (= Tetragonis). Beide gehören dem Mitteldevon an, während das rheinische Unterdevon bisher noch keine einzige Schwammform geliefert hatte. Dieses hängt entschieden damit zusammen, dass das rheinische Unterdevon im Ganzen eine ausgesprochene Flachmeerbildung darstellt, während die verbreitetsten Schwaramformen der älteren Ablagerungen, die Lithistiden und Hexactinelliden, entschiedene Tiefseeformen sind. Angesichts dieses bisherigen vollständigen Fehlens von Spongien im rheinischen Unterdevon ist nun die Auffindung der im Folgenden zu beschreibenden Form von doppeltem Interesse.