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Die Steinheimer Gürtelechse Propseudopus Fraasii.

Hilgendorf, F.

Kurzfassung

In einem kurzen Vortrage vor der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin (Sitzungsberichte 1883, p. 139 bis 142) konnte ich bereits gewisse im Jahre 1877 in Steinheim auf der schwäbischen Alb gelegentlich meiner Planorbis-Untersuchungen entdeckten Saurier-Reste als dem lebenden Pseudopus nahestehend bezeichnen, was ich durch den Namen Propseudopus andeuten zu dürfen glaubte. Eine nachträgliche weitere Präparation und Untersuchung hat an dem Resultate nichts erhebliches geändert; doch hat der Vergleich mit einem von mir neuerdings hergestellten Skelete eines Ophisaurus die von mir damals nur vermutheten näheren systematischen Beziehungen des Propseudopus auch zu dieser Gattung klar hervortreten lassen, wie dies der Leser bei der Einzelbeschreibung der fossilen Skelettheile gewürdigt finden wird. Der vorliegende Artikel wird demnach wesentlich jene früheren Mittheilungen weiter auszuführen haben, soweit wie es dem Interesse des Fundes zu entsprechen scheint. - Dass auch bei Reptilien der Vomer bezahnt sein kann, was bisher anscheinend unbeachtet blieb, ist eine wohl allgemeiner bemerkenswerthe Thatsache, welche gelegentlich dieser Untersuchungen sich ergeben hat. Die Erhaltung des Propseudopus ist nicht so vorzüglich, als man dies von einem Steinheimer Vorkommen voraussetzen mag, indem die Knochen des einen Exemplars fast sämmtlich mehr oder weniger stark zersplittert sind, ein Zustand, der wohl eher einem unmittelbar nach dem Tode erfolgten Eingriff, vielleicht dem Schnabel der grossen derzeit dort hausenden Schildkröte zuzuschreiben ist, als späteren, durch die Bewegung des Wassers, durch Druck des Erdreichs oder durch Frost und Verwitterung herbeigeführten Unbilden; gegen diese Ursachen lässt sich nämlich der Reihe nach der wenig gestörte Situs des Gerippes, die feinsandige Beschaffenheit der einschliessenden Schichten und die sehr unregelmässige Zertrümmerung der Knochen bei guterhaltenen Oberflächen und ziemlicher Festigkeit der Splitter geltend machen. Ganz in richtiger Lage bei einander erhielt ich nur ein grösseres Stück des Schwanzes mit Schuppen und mehreren Wirbeln, und sodann eine Partie des Schuppenpanzers nebst einigen Rippen vom Vorderkörper, während die Kopfknochen zwar noch beieinander, indess schon sehr verschoben waren, so dass deren Lage für ihre Deutung ohne Nutzen blieb.