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Kritische Studien aber die tertiäre Korallen-Fauna des Vicentins nebst Beschreibung einiger neuer Arten.

Johannes, Felix

Kurzfassung

Während eines früheren, paläontologischen Studien gewidmeten Aufenthaltes in Berlin wurden mir von Herrn Geheimrath Beyrich daselbst verschiedene Suiten von Versteinerungen zur Bestimmung übergeben, darunter auch eine sehr umfangreiche Sammlung von Korallen aus dem vicentinischen Tertiär. Dieselben waren zum grössten Theil von dem bekannten Führer und Petrefactenhändler Meneguzzo, früher in Montecchio maggiore, jetzt in Val d'Agno wohnhaft, erworben worden; ein zweiter viel kleinerer Theil stammte aus dem Nachlass eines anderen eifrigen Sammlers in jener Gegend, Namens Thibaldi. Hierzu kamen noch zahlreiche Exemplare, welche Herr Geheimrath Beyrich auf seinen Reisen in jenen Gebieten persönlich gesammelt hatte. Die Bestimmung dieser im Ganzen genommen sehr gut erhaltenen Korallen geschah natürlich hauptsächlich auf Grund der schönen Arbeiten von D'Achiardi und Reuss, wobei ich jedoch bald bemerkte, dass mir in vielen Fällen ein reicheres Material vorlag, als dasjenige der beiden genannten Forscher gewesen sein konnte. Ich war daher bisweilen genöthigt, den Umfang einer Art zu erweitern, in anderen Fällen schien es mir angemessen, mehrere Species, zumal solche des Wiener Paläontologen, zu vereinigen, in noch anderen Fällen mussten Korallen zu anderen Gattungen gestellt werden, als unter denen sie zuerst beschrieben worden waren. Schliesslich stellten sich auch einige Formen als neu heraus. Ausser dem oben genannten, im königl. paläontologischen Museum in Berlin befindlichen Material konnte ich eine Suite von Vicentin-Korallen in der Privatsammluug des Herrn Dr. Böhm daselbst benutzen, sowie eine ebenfalls nicht unbeträchtliche Collection, welche ich selbst von einer Reise durch das vicentinische Gebirge mitgebracht habe. Als die Summe aller an diesem ausserordentlich reichen Material gemachten Beobachtungen resultirte die folgende kleine Abhandlung. Es muss jedoch besonders bemerkt werden, dass dieselbe sich nicht auf die gesammte, bekanntlich ungemein formenreiche Korallenfauna des Vicentins erstreckt, sondern in Folge gewisser hier nicht näher zu erörternder Verhältnisse leider nicht zu Ende geführt werden konnte.