Original paper

Ueber den Unterkiefer von Mastodonsaurus Silesiacus n. sp.

Kunisch, Hermann

Kurzfassung

Das in Folgendem zu beschreibende Kieferfragment stammt aus dem Muschelkalke von Sacrau bei Gogolin in Oberschlesien und zwar aus dem von Eck als Schichten von Chorzow bezeichneten Niveau. Ich verdanke dasselbe dem naturwissenschaftlichen Scharfblicke und der Güte des Herrn Gutsbesitzers Madelung zu Gogolin. Die Erhaltung ist eine verhältnissmässig gute: Das verkalkte Kieferfragment ist vollständig losgelöst von dem benachbarten Gestein, besteht aus fünf zusammenpassenden Stücken und ist durch Verquetschungen nirgends wesentlich in seiner ursprünglichen Form beeinträchtigt. Es ist mit einer dünnen Schicht von Eisenoxydhydrat überzogen und erscheint dadurch braun gefärbt. Die skulpturfreie oberste Kieferabtheilung und der Fangzahn sind zum Theil mit Drusen von Pseudomorphosen des Brauneisensteins nach Pyrit bedeckt; bei dem genaueren Studium des Kiefers brauchten sie nur von dem Fangzahne theilweise entfernt werden. Das Fragment gehört der rechten Unterkieferhälfte an, ist 26 cm lang, an der Symphyse 2,5 cm hoch und nimmt nach hinten an Höhe allmählich zu, so dass es in der Mitte 4,5 cm und am Ende ungefähr 6 cm Höhe erreicht. Die Dicke des Kiefers beträgt an der Symphyse 2,5 cm, in den übrigen erhaltenen Theilen nur 1,6-2 cm. Der den Kiefer der Länge nach durchziehende Kanal ist hohl geblieben und erscheint auf der vorderen Bruchfläche in der Symphysengegend im Querschnitt in der Form einer Ellipse von 0,6 cm Längs - und 0,2 cm Querdurchmesser, nimmt aber nach hinten auf Kosten der ihn begrenzenden Knochen an Umfang erheblich zu. In der Entfernung von 15 cm von dem Vorderende des Kiefers ist der Kanal schon 2,2 cm hoch und 0,2-0,4 cm breit, während er am hinteren Ende des Fragmentes 0,7 cm in der Breite misst.