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Ueber geologische Beobachtungen im Golf von Neapel.

Johannes, Walther

Kurzfassung

Einige kleine Resultate meiner bisherigen Stadien an der Secca di Penta palummo im Golf von Neapel und über die Küste desselben möchte ich Ihnen hierdurch mittheilen. Herr Prof. Dohrn hatte freundlichst erwirkt, dass ein italienischer Marineoffizier für den technischen Theil der Untersuchungen über die Secca beordert wurde, mit dem ich dann die genauere Durchforschung derselben begann. Wir nahmen über 400 Lothungen und Grundproben, die ich zur Vergleichung und mikroskopischen Untersuchung bewahrte. Die Secca liegt etwa 8 km von der Küste entfernt und erhebt sich auf dem Schlammgebiet von 110 m Seetiefe erst allmählich, dann steiler bis zu 45 m herauf. Die Höhe der Secca wird im Wesentlichen von Nulliporen, Bryozoen und anderen Kalkresten bedeckt, die weite Strecken mit Kalkdetritus überstreuen, welcher hie und da zungenformig auf den Schlamm hinüberzugreifen scheint. Bei der grossen Verbreitung organischer Kalkablagerungen konnte ein chemischer Kalkabsatz auf der Secca nicht beobachtet werden. Der Schlamm ist im Unkreis der Secca thonig und meist so weich, dass das Loth tief darin einsinkt. Das Thierleben ist äusserst gering im Schlamm, während es auf der Secca um so reicher, ist. Jetzt erwarten wir weitere Apparate von dem hydrographischen Institut in Genua, um noch eine Reihe von Dredgungen auf der Secca auszuführen und einige Beobachtungslücken zu ergänzen. Nächst der Secca di Penta palummo beschäftigten mich die interessanten Mineralsande der Küste auf mehreren Excursionen.