Original paper

Ueber schlesische Culmpetrefacten.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Bei meinen diesjährigen Aufnahmen bin ich vom Glücke beim Sammeln ungemein begünstigt gewesen; das gilt sowohl vom Gebiete der Gneissformation als auch von dem hier entwickelten Culm. Fossilien werden aus letzterem nur zwei, nämlich Calamites transitionis und Cardiopteris polymorpha (siehe Schütze) angeführt. Die Ausbeute ist indess eine sehr reiche gewesen; neben guten Pflanzenresten haben sich namentlich Korallen gefunden. An einer Localität sind dieselben in einer bis 0,5 m mächtigen Bank vorhanden, die sich mehrere hundert Meter verfolgen lässt. Ausser Korallen führt diese Kalkbank noch Fenestella, dagegen fast gar keine Brachiopoden und Zweischaler. So interessant die Auffindung der genannten Fossilien ist, so wird sie doch durch einen Fund der letzten Woche noch übertreffen. Ich habe nämlich Insecten-Reste, Flügeldecken, welche wohl kaum einer anderen Ordnung als den Käfern zugehören werden, aufgefunden. Dieselben kommen in der unteren Abtheilung des hiesigen Culms, die von Schieferthonen und Grauwacken zusammengesetzt wird, vor. Die obere Abtheilung besteht aus polygenen Conglomeraten, welche mit den von mir beschriebenen Hausdorfern übereinstimmen und Variolite, sowie geborstene und mit Eindrücken versehene Gerölle, wie jene, zahlreich führen. Die Gneissformation bietet gleichfalls reiche Ausbeute. Bis jetzt habe ich in hiesiger Gegend, wo nur ein Serpentin-Vorkommen bekannt war, einige dreissig Lager kartirt, und täglich kommen neue hinzu, so dass, da die Zonen fortsetzen, das Eulengebirge sich als das an Serpentin reichste Gebiet Deutschlands herausstellt. Dazu kommen noch echte Strahlsteinschiefer, Enstatitfels und Verwandtes.