Original paper

Über fossile Kalkalgen.

Bornemann, J. G.

Kurzfassung

Die Bedeutung derselben für die Schiehtenbildung ist bekannt und es braucht deshalb nur an das massenhafte Vorkommen fossiler Charen und Confervaceen in jüngeren Formationen erinnert zu werden. Eine wichtige Rolle spielen die Dactyloporen und Gyroporellen, deren Stellung im System noch vor Kurzem eine unsichere war, so dass Gümbel in seiner verdienstvollen Monographie sie noch als die "Nulliporen des Thierreichs" bezeichnete. Durch die Untersuchungen von Munier - Chalmas wurde der Beweis geliefert, dass diese Dinge Algenreste sind, welche in die Verwandtschaft der Siphoneen gehören. Diese neue Lehre fand lebhaften Anklang und es war besonders Steinmann, welcher nun viele andere Fossilreste den Algen zuwies, dabei aber wieder zu weit ging, wobei ihm Deecke folgte. Ausser den noch zweifelhaften Formen Sycidium und Coelotrochium wurden sogar Receptaculites und Archaeocyathus zu den Kalkalgen gezogen und mit Gyroporella verglichen. Die ausgedehnte Untersuchung des sardinischen Archaeocyathus - Materials machte es unter diesen Umständen dein Vortragenden wünschenswerth, genauere Studien über Gyroporella anzustellen und er erhielt hierzu von Freunden mehrere Stücke alpiner Triasvorkommnisse, welche zur genaueren Untersuchung mittelst zahlreicher Dünnschliffe verarbeitet wurden. Die meisten Gyroporellengesteine zeigten stark krystallinisches Gefüge und nur die aus Gümbel's Arbeit schon bekannten Verhältnisse. Ein Vorkommen aber macht hiervon eine Ausnahme; es ist das die von Herrn Geh.-Rath Beyrich aufgefundene Gyroporellenschicht, welche bei S. Ulderico im Tretto an der Basis des Wettersteinkalks liegt. Diese Gyroporellen zeigen in schönster Erhaltung die Pflanzenstructur, indem die Zellenmembranen als braune Linien in den Dünnschliffen zur Anschauung kommen.