Original paper

Dactylolepis Gogolinensis nov, gen., nov, spec.

Kunisch, Hermann

Kurzfassung

Das vorliegende Petrefact wurde von Herrn Gutsbesitzer Madelung aus Gogolin i. O.-S. in seinem bei Sacrau unweit Gogolin gelegenen und den Chorzower Schichten angehörigen Muschelkalkbruche aufgefunden und mir zur Bearbeitung freundlichst überlassen. Es ist 18 cm lang, ungefähr 10 cm hoch und ungefähr 1-3 cm dick. Es stellt einen seitlich zusammengedrückten Fischkörper dar und umfasst den Kopf und den vorderen Theil des Rumpfes. Während die obere bzw. rechte Seite des Petrefacts fast nur Reste des Thieres aufweist, zeigt die untere oder linke Seite leider auch einige interesselose Kalksteinpartieen, welche sich nicht entfernen lassen, wenn inan das Zerbrechen des werthvollen Stückes nicht riskiren will. Letzteres ist übrigens als der erste aus dem oberschlesischen Muschelkalke bekannt gewordene Fischrest anzusehen, welcher die Schuppen und den dazugehörigen, mit Zähnen versehenen Schädel in natürlichem Zusammenhange aufweist. Die Körperlänge unseres Fisches lässt sich bei seiner fragmentarischen Erhaltung nicht genau angeben; indessen liegt die Vermuthung nahe, dass er wohl nicht wesentlich länger als 30 cm gewesen ist. Die Höhe des Körpers scheint 10 cm kaum erreicht zu haben. Sicherlich war der Körper länger als hoch. Im Uebrigen war er dick und seitlich zusammengedrückt, so dass er in seiner allgemeinen Gestalt eine gewisse Aehnlichkeit mit unserem Karpfen gehabt zu haben scheint.