Original paper

Ueber neuere Versteinerungsfunde im Röth und Muschelkalk von Jena.

Wagner, Richard

Kurzfassung

Nachdem ich die hiesige Trias seit einer Reihe von Jahren in paläontologischer Hinsicht eifrig durchforscht, ist es mir gelungen eine Anzahl von Fossilien theils neu aufzufinden, theils in einer weiteren verticalen Verbreitung anzutreffen, als man für dieselben hierorts bisher angenommen hatte. Es sind dies ausser manchen anderen hauptsächlich folgende Reste: 1. Encrinus gracilis v. Buch. Bis jetzt noch nicht von hier bekannt. Ich fand denselben schon 1881 innerhalb linsenförmiger Kalkanschwellungen am Westabhange der Kornberge bei Jena, ungefähr in der Mitte des unteren Wellenkalkes. Die langen zierlichen Stiele tragen Cirren, deren gewöhnlich drei aus einem Verticillengliede entspringen. Die Glieder sind im unteren Theile des Stengels rund und weiter hinauf pentagonal und nahe der Krone in der Grosse doppelt alternirend. Die Kronen, von denen drei vollständig sind, während von den meisten nur die Patinen sich finden, zeichnen sich durch Grösse der äusseren Basalglieder aus, die gegen die Radialia bedeutend differiren. Die Kronen unterscheiden sich durch diesen Bau wesentlich von den oberschlesischen Vorkommissen. Auf Encrinus gracilis sind jedenfalls auch zurückzuführen kleine, bis 2 mm breite Trochiten, die im Rosenthal bei Zwätzen in einer Höhe von 38 m über der unteren Grenze des unteren Wellenkalks (der hier 67 m erreicht) den wulstigen Kalkschiefern eingelagert sind und von mir auch am Apoldaischen Steiger bei Jena beobachtet wurden. 2. Encrinus aculeatus v. Meyer.