Original paper

Eutaxit und Pyroxen-Andesit

Küch

Kurzfassung

Herr Küch legte zunächst eine Anzahl von Handstücken eigentümlich gefleckter, gebänderter und schieferiger Andesit-Laven aus der Reiss'schen Sammlung vor. Derartige Laven, die von v. Fritsch und Reiss Eutaxit genannt wurden und eine dem bekannten Piperno analoge Ausbildungsweise besitzen, kommen an den vulkanischen Bergen der südamerikanischen Anden allenthalben vor. Dieselben werden Gegenstand einer späteren ausführlichen Behandlung sein, sobald sich die betreffenden Untersuchungen auf das ganze umfangreiche Material der Sammlung erstreckt haben werden. Sodann zeigte der Vortragende einen durch Fumarolen verkieselten Pyroxen-Andesit des Vulkans von Pasto (El Galera) im südlichen Colombia vor. Das weisse, poröse, leicht mit den Fingern zerreibliche Gestein zeigt noch fast unverändert die ursprüngliche Structur der Lava; man glaubt noch wirkliche Feldspath-Einsprenglinge eingebettet in der feinporösen Grundmasse wahrzunehmen. Sehr interessant ist das Bild, welches ein Dünnschliff des Gesteins liefert. Schon mit der Lupe erblickt man die wasserklaren Durchschnitte ehemaliger Feldspäthe. Unter dem Mikroskop unterscheiden sich diese im gewöhnlichen Licht kaum in irgend etwas von Schnitten ganz frischer mikrolithischer Plagioklase; selbst die Form der ursprünglichen Glaseinschlüsse erkennt man nicht selten noch, und man ist in der That aufs Höchste erstaunt zu finden, dass diese Durchschnitte ohne jede Einwirkung auf das polarisirte Licht sind. Die Feldspäthe sind zu farbloser, amorpher, wasserhaltiger Kieselsäure, zu Opal pseudomorphosirt. Auch die ehemaligen Feldspathmikrolithe der Grundmasse bieten das gleiche Bild.