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Ueber quartäre Mustelidenreste Deutschlands.

Winterfeld, Franz

Kurzfassung

Die von Hensel an der Gattung Foetorius gemachten "Craniologischen Studien" sind jenen epochemachenden Arbeiten zuzuzählen, welche dein Zoologen die Bahn verzeichnen, auf welcher dieser bei seinen Schädel-Untersuchungen zur sicheren Auffindung der specifischen Unterscheidungsmerkmale gelangen kann. Nur auf Grund einer reichhaltigen Specialsammlung, deren Exemplare mit gewissenhaftester Bezeichnung, vor Allem über das Geschlecht, und wenn es angeht, über das Alter, vielleicht auch über den Fundort versehen sind, ist es möglich, individuelle, Sexual- und Alters-Unterschiede von den Charakteren der Art, zu trennen, die Riesen- und Zwergformen der letzteren aufzustellen und dann die Durchschnittsform als ideale Art zu bestimmen. Hierdurch ist nun zugleich dem Palaeontologen der höchst wichtige Dienst, geleistet, bei Bestimmung der meist fragmenfären Fundobjecte an den vielseitigen Maassangaben eines reichen, zuverlässigen, recenten Vergleichsmateriales einen sicheren Anhalt zu erhalten und so vor einer leichtfertigen Gründung neuer Species ebenso gut geschützt zu sein, als mit weit grösserer Bestimmtheit Abweichungen der bekannteren Arten nachweisen zu können. Von diesem Gesichtspunkt, ausgehend hat es sich der Verfasser bei der vorliegenden Bearbeitung der Mustelidenreste aus den Diluvialablagerungen Deutschlands angelegen sein lassen, nicht allein seine eigene Sammlung nach dieser Richtung hin thunlichst zu vervollständigen, sondern auch das so überaus reichhaltige und mit grosser Sorgfalt gesammelte recente Vergleichsmaterial des zoologischen Museums der königl. landwirthschaftl. Hochschule zu Berlin nach Kräften zu benutzen. Dass ihm letzteres in unbeschränkter Weise gestattet war, verdankt er der Liberalität, des Herrn Professor Nehring, des Vorstehers dieser Sammlung.