Original paper

Ueber das Kalkgerüst der Tetrakorallen.

Frech, Fritz

Kurzfassung

Die nachfolgenden Studien sind das Ergebniss von Untersuchungen über die Systematik paläozoischer, insbesondere devonischer Korallen, Die allgemein bekannten Verhältnisse, der Aufbau des Endothekalgewebes und die Anordnung der Septa wurden in der nachfolgenden Darstellung nur hie und da berührt; hingegen gab das nähere Eingehen auf einige, von anderen Autoren nur gelegentlich behandelte Structur-Eigenthümlichkeiten der Tetrakorallen Gelegenheit, die Beziehungen der letzteren zu ihren lebenden Verwandten des Näheren zu erörtern. 1. Die Structur der Septa. Die Septa der Tetrakorallen werden nach der Ansicht von Kunth und Dybowski aus zwei Lamellen zusammengesetzt, welche eine nach innen gerichtete Duplicatur der Theka bilden. Andererseits hat Lindström, einer der besten Kenner palaeozoischer Korallen, erklärt, nie ein Stück gesehen zu haben, bei dem die Septa aus zwei Lamellen beständen.Mir liegt ein Streptelasma aus dem Diluvium von Potsdam vor, welches an dem günstig verwitterten oberen Kelchrand unzweideutig erkennen lässt, dass die Septa durch eine nach innen gerichtete Falte der äusseren Mauer gebildet werden. Doch entspricht dies eine Stück nicht dem gewöhnlichen Vorkommen. An den meisten hinreichend günstig erhaltenen Devonkorallen liess sich vielmehr wahrnehmen, dass die Septa aus primär angelegten, nach innen und oben gerichteten Septaldornen (G. v. Koch) und einer später gebildeten Ausfüllungsmasse zusammengesetzt werden. Die auf diesen Schluss hinführenden Beobachtungen wurden an günstig erhaltenen Kelchen, vor Allem aber an zahlreichen Dünnschliffen gemacht. Von längst bekannten Arten ist besonders Zaphrentis cornicula M. E. u. H. hervorzuheben, deren Septa im Kelche in lange Dornen auslaufen.