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Nachtrag zur "Korallenfauna des Oberdevons in Deutschland".

Frech, Fritz

Kurzfassung

Im Laufe des Jahres sind mir einige in der oben genannten Arbeit nicht beschriebene Korallen aus dem Oberdevon zugegangen, so dass die Abfassung eines kleinen Nachtrages geboten erschien. Zu ganz besonderem Danke bin ich wiederum Herrn Geheimrath F. Roemer für die Ueberlassung zahlreicher interessanter Stücke verpflichtet. Bei den Ergänzungen wird die Nummer der Seite angeführt, auf der sie ihren Platz finden würden. Zu pag. 33. Als weiterer Fundort von Cyathophyllum caespitosum ist Wildenfels unweit Zwickau in Sachsen anzuführen. Ueber die Bestimmung der von dort stammenden bündeiförmigen Korallen hat sich zwischen Geinitz und Dalmer eine lebhafte Polemik entsponnen; der letztere glaubt dieselben als Lithofstrotion cf. proliferum Hall und Diphyphyllum concinnum Lonsd., der erstere als Cyathophyllum caespitosum Goldf. deuten zu müssen. Nach Untersuchung der beiden fraglichen Korallenstöcke des Dresdener Museums kann für mich kein Zweifel bestehen, dass dieselben zu einer Art und zwar zu Cyathophyllum caespitosum gehören. Die innere Structur ist vortrefflich erhalten und enthält weder die für Lithostrotion charakteristische Columella, noch die kurzen, unvollständigen Septa von Cyathophyllum (Diphyphyllum auct.) concinnum. Wenn Dalmer u.a. behauptet, dass "auch bei Cyathophyllum caespitosum der Centraltheil des Kelches Blasengewebe aufweist", so zeigt diese Bemerkung nur, dass er über den inneren Bau der fraglichen Koralle bisher noch nicht in's Klare gekommen ist. Da Cyathophyllum caespitosum sonst als eine der wichtigsten und verbreitetsten Leitformen des oberen Mittel¬und unteren Oberdevons betrachtet werden muss, so ist kaum anzunehmen, dass dieselbe bei Wildenfels bis in den Culm hinaufreicht. Zu pag. 35. Cyathophyllum Kunthi Dames, das ich bisher für eine Oberkunzendorfer Localform halten musste, kommt nach einem Exemplare des Breslauer Museums auch bei Torquay in Devonshire vor.