Original paper

Über schillemoden Obsidian

Zirkel, Ferdinand

Kurzfassung

In einem Aufsatz über Gesteine des Cerro de las Navajas in Mexico (d. Zeitschr. 1885, pag. 610) bespricht Herr Tenne u.a. die dort vorkommenden schillernden Obsidiane und gelangt zu dem, auch schon auf Grund mündlicher Mittheilungen Ihre Allgem. und Chem. Geologie II, pag. 234 aufgenommenen Ergebniss, dass der Schiller derselben dennoch von Hohlräumen hervorgerufen wird, während eine von mir im Jahre 1872 vorgenommene Untersuchung dazu geführt hatte, denselben mit dem Dasein von elliptisch umgrenzten Glaslamellen im Obsidian in Verbindung zu bringen, wobei ich schon damals auf die Schwierigkeiten hinwies, welche sich der Erklärung des Hineingelangens, der Form, der Vertheilung dieser Glaslamellen im Glas entgegenstellen. Es wäre ja insofern sehr erwünscht, dass die den Schiller verursachenden Gebilde nun endgültig als Hohlräume anzuerkennen wären, weil alsdann das, woran man bei der Betrachtung der Hohlräume zunächst denken musste, auch wirklich der Fall ist, und so eine paradox klingende Angabe aus der Literatur weggeschafft werden könnte. Ich darf aber vielleicht hervorheben, dass, wie ich glaube, durch die Beobachtungen von Tenne die Hohlraumnatur der schillernden Gebilde nicht allenthalben, erwiesen ist, und gewisse Erscheinungen dadurch nicht befriedigend erklärt werden, welche andererseits wieder für das Dasein fester Körper sprechen. Bei den von Tenne in erster Linie beschriebenen, von A. v. Humboldt mitgebrachten Stück kann es allerdings nicht zweifelhaft sein, dass es sich um Hohlräume im Obsidian handelt.