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Über Sedimentärgesteine welch sich als Geschiebe in einer Kiesgrube nördlich von Langenstein unweit Halberstadt am Harzrande gefunden haben.

Dames

Kurzfassung

Die Kiesgrube liegt unmittelbar an der Chaussee zwischen Halberstadt und Derenburg, nördlich von ihr und gegenüber dem letzten Hause der sogen. "Wilhelmshöhe", wo sich die Chaussee nach Blankenburg abzweigt. Herr Oberlehrer Dr. Zech in Halberstadt, der die vorgelegten Stücke gesammelt und freundlichst zur Verfügung gestellt hat, theilt über die Lagerungsverhältnisse in der Kiesgrube folgendes Profil mit: Mächtigkeit a. Rothbrauer Lehm ohne Geschiebe 1' b. Gelbrother Lehm mit nordischen Geschieben 1 1/2' c. Feiner gelber Quarzsand, in welchem Partieen von Quarzsand mit nussgrossen Stücken von Kalk, Kieselschiefer etc. eingelagert sind 1 1/2-3' d. Quadersandstein des Gault. Aus diesen Angaben geht hervor, dass die Lehme, welche nordische Geschiebe führen, über den Sanden mit einheimischen Geröllen ruhen. Da es sich hier jedoch nicht um eine Erklärung der verschiedenen Diluvialerscheinungen, wie sie der Harzrandrand bietet, handelt, schon aus dem Grunde, weil dem Vortragenden das Material an thatsächlichen Beobachtungen zu einer solchen Erklärung noch zu lückenhaft und unzusammenhängend erscheint, so sei hier nur diese Thatsache festgestellt. Jedoch das eine sei hervorgehoben, dass die erwähnten Lagerungsverhältnisse sehr wohl in Einklang stehen mit denjigen, welche auch weiter, namentlich westlich und nördlich von der hier besprochenen Localität, d.h. nördlich von Wernigerode und Ilsenburg einerseits, südlich des Huy andererseits bekannt sind. Auf der Ewald'schen geologischen Karte der Gegend zwischen Magdeburg und dem Harz (Section Halberstadt) sind Anhäufungen nordischer Blöcke auf Anhöhen und Abhängen ausgezeichnet, und diese Anhäufungen sind zumeist kuppenartig Schottern aufgesetzt, welche gänzlich oder doch durchaus vorwiegend aus hercynischem Material bestehen. Was nun die vorgelegten Geschiebe betrifft, so theilen sie sich in zwei scharf gesonderte Gruppen. Die einen stammen aus Skandinavien, resp. aus baltischen Regionen, die anderen sind Bruchstücke der zunächst nördlich anstehenden Formationen.