Original paper

Über seine Untersuchungen des ca. 200 Fuss hohen Steilufers der Weichsel bei Neuenburg in Westpreussen.

Ebert

Kurzfassung

Er beobachtete daselbst 4 Mergelbänke (jede 5 Meter mächtig), welche durch Sand- und Thonbildungen ebenfalls bedeutender Mächtigkeit getrennt werden. Das Hangende der dritten Mergelbank bildet eine Sandschicht mit Trofkohle. Mehrere der Schichten enthalten Nordseefauna, am reichsten die Sandbank im Liegenden des II. Geschiebemergels und der III. Geschiebemergel. Letzterer führt auch noch Dreissena polymorpha. Sämmtliche Arten finden sich nach Ansicht des Vortragenden auf secundärer Lagerstätte. Die Schichten zwischen dem I. und III. Geschiebemergel (incl.), ausser der localen Sandschicht und Torfkohle, konnten, abgesehen von kleinen örtlichen Abweichungen, bis in die Gegend von Graudenz und Kulm verfolgt werden. Dieselben sind mehrfach durch bedeutende Faltungen aus ihrer ursprünglichen Lagerung gebracht. Ob diese 4 Geschiebemergel der Weichselgegend, resp. welche von ihnen denen des Westens, besonders der Mark entsprechen, wird definitiv erst entschieden werden können, wenn das grosse dazwischen liegende Terrain genau untersucht resp. kartirt sein wird. Will man schon jetzt sich eine Ansicht darüber bilden, so wird man sich auf die Spuren der Interglacialzeit stützen müssen. Dieselben finden sich in der Weichselgegend zwischen dem II. und III. Geschiebemergel. Demnach würden diesse den beiden Mergeln des Westens entsprechen und es blieben, anscheinend auf den Osten beschränkt, noch je ein Mergel ober- und unterhalb der genannten übrig. Diese würden eventuel ihre Erklärung durch eine locale Oscillation am Beginn und am Schluss der Eiszeit finden. Doch können diese Ansichten zunächst jedenfalls nur Vermuthungen bleiben.