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Über Kersantit im Culm Wüstewaltersdorf in Schlesien.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Nachdem er Vortragende im Eingang den niederschlesischen Culm mit den übrigen deutschen Culm-Ablagerungen verglichen hatte, wonach eine gewisse Uebereinstimmung in der Ausbildung des ersteren mit den letzteren und namentlich mit denen des Oberharzes sich herausstellte, schilderte er das kleine Culmgebiet von Wüstewaltersdorf. Dasselbe bildet ein 2,2 Kilom. langes und 1 Kilom. breites Becken, in welchem Gneiss-Conglomerate und Grauwackensandsteine abgesetzt wurden. Felsitporphyre in Gängen und Stöcken sowie Kersantit durchbrechen den Culm. Letzteres Eruptivgestein biltet einen 500 Meter langen und bis 100 Meter breiten und von NW. nach SO. sich erstreckenden Gangstock, welcher an seinem Südende mehrere Apophysen aussendet. Da er der Erosion gegenüber widerstandsfähiger war, als die ihn umgebenden Grauwackensandsteine, ragt er gegenwärtig in seiner ganzen Ausdehnung über dieselben hervor, und setzt den eigentlichen Höhenrücken des Uhlenberges zusammen. - In frischem Zustande ist der Kersantit grauschwarz gefärbt; ist er jedoch verwittert, so ist er röthlichbraun oder schmutziggrau. Seine Structur ist feinkörnig und nicht immer durch eingesprengte Magnesiaglimmer - Blättchen porphyrisch. Porphyrisches Gefüge stellt sich jedoch in gewissen schlierenartigen Gesteinspartieen ein, welche im Gestein in 3-8 Centim. langen und bis 5 Millim. breiten Streifen und Adern, seltener in kurzen, haselnussgrossen Flecken in ziemlicher Häufigkeit erscheinen; sie besitzen dieselbe mineralische Zusammensetzung wie die Hauptgesteinsmasse, deren Haupt-Gemengtheile Plagioklas, Orthoklas, Augit, Hornblende und Quarz und deren accessorische Mineralien Apatit, Magneteisen und Calcit sind. Die chemische Zusammensetzung der Kersantits ist bei einem specifischen Gewicht von 2,7084 nach einer Analyse von A. Steffen folgende: [...]