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Die Versuche einer Gliederung des unteren Neogen in den österreichischen Ländern.

Tietze, Emil

Kurzfassung

Mein erster, die Versuche einer Gliederung des unteren Neogen in den österreichischen Ländern beleuchtender Aufsatz, der in dieser Zeitschrift im Jahrgang 1884 veröffentlicht wurde, hat an demselben Orte (Jahrg. 1885, pag. 131-172) einen ziemlich unmuthig gehaltenen Angriff von Seiten des Herrn Th. Fuchs in Wien erfahren, der, wie es scheint, die schwierige Aufgabe übernommen hat, den bisherigen Gang und die Ergebnisse der Forschungen auf dem berührten Gebiete um jeden Preis gegen die in letzter Zeit sich mehrenden und von verschiedenen Seiten ausgehenden Zweifel an der Sicherheit jener Methode und der Berechtigung jener Ergebnisse zu vertheidigen. Wenn es aber noch eines Beweises dafür bedurft hätte, wie richtig es gewesen ist, jene Zweifel auszusprechen und den Fachgenossen eine gewisse Vorsicht bei etwaiger Verwerthung eines Theiles unserer österreichischen Tertiärliteratur zu empfehlen, so würde dieser Beweis durch die neuesten beiden durchaus in innerlichem Zusammenhange stehenden Schriften von Fuchs (vergl. auch Jahrb. der geol. Reichsanst. 1885, pag. 123-150) zur Genüge erbracht sein. Es wäre kaum nöthig gewesen, dass die eine dieser Schriften, welche den Titel "Zur neueren Tertiärliteratur" führt, die Tendenz vor der Benutzung dieser Literatur zu warnen so nachdrücklich selbst hervorkehrte, denn die völlig eigenthümliche, einer ganz individuellen Veranlagung entsprechende Art der Conclusionen und Gedankenoperationen, welche dem unbefangenen Leser der betreffenden Artikel auffallen muss, begründet an sich schon für diesen Leser eine gewisse Zurückhaltung den dort mit so viel Lebhaftigkeit vertretenen Ansichten gegenüber in hinreichender Weise.