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Zur Geologie von Angra Pequenna und Gross-Namaqualand.

Schenk, Adolf

Kurzfassung

Erst heute komme ich endlich wieder einmal dazu, Ihnen etwas aus dem hiesigen Lande zu berichten, nachdem sich inzwischen die Verhältnisse der Expedition geändert haben. Am 28. August traf der Dampfer Namaqua in Angra Pequenna ein und brachte den Reichscommissar Herrn Dr. Göring und den Bevollmächtigten der Colonial-Gesellschaft, Herrn Aug. Lüderitz, mit. Mit der Namaqua ist dann die Expedition von Angra Pequenna nach Walfischbai übergesiedelt, um in der nächsten Zeit die Untersuchung von Damaraland in Angriff zu nehmen. Ich berichtete Ihnen im Januar von Bethanien aus über die geologischen Verhältnisse von Angra Pequenna und Gross-Namaqualand. Seitdem habe ich nach den verschiedensten Richtungen hin Excursionen gemacht, die eigentlich in geologischer Beziehung nichts wesentlich Neues ergaben. Von Bethanien nach dem grossen Fischfluss führt der Weg über das! Han Î ami-Plateau, welches in seinem unteren Theile aus Schiefern, bei Bethanien von grünlicher, am Fischfluss von röthlicher Farbe, besteht, über welchem dicke Bänke von Sandstein lagern. Ueber diesen folgt der blaue Namaqua-Kalkstein, den ich auf dem! Han Î ami-Plateau jedoch nur an einer Stelle, bei Gei! goab, südlich von Bethanien, fand. Die breite Ebene des grossen Fischflusses scheint nicht durch Erosion allein entstanden zu sein, denn die Schichten des ! Ham Î ami-Plateaus zeigen am Rande der Ebene eine Neigung gegen dieselbe. Auf der anderen Seite des Flusses (ich bin nicht über denselben hinübergekommen) scheinen sie wieder ganz horizontal zu lagern. Die erwähnten Verhältnisse beziehen sich auf die Gegend von Bersaba. Nördlich von Bersaba ragt ein aus porphyrischen Gesteinen gebildeter Gebirgscoloss, der Grossbruckaross, aus der Fischfluss-Ebene hervor.