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Über zum Trinucleus-Schiefer gehörende Diluvialgeschiebe

Remelé, A.

Kurzfassung

Die dem oberen Untersilur angehörige Etage des schwedischen Trinucleus-Schiefers ist mit zuletzt unter den Geschieben Norddeutschlands nachgewiesen worden. Abgesehen von ihrer geringeren räumlichen Entwickelung liegt dies wohl vornehmlich daran, dass die darin in Schweden auftretenden Gesteine, vorwiegend mergelige Thonschiefer von schwarzer oder grünlicher Farbe oder auch von geflecktem Aussehen in ihrer unteren und von rother Farbe in ihrer oberen Abtheilung, im Allgemeinen eine zu geringe Festigkeit besitzen, um einen weiteren Transport sicher aushalten zu können. Indessen kommen darin local auch Kalksteinlager vor, und einem solchen entstammt jedenfalls das Kalksteingeschiebe mit Trinucleus seticornis His., welches der Vortragende vor Kurzem als erstes Beispiel eines in der Mark Brandenburg gefundenen Gerölles aus diesem schwedischen Silurgebilde bekannt gemacht hat (diese Zeitschr. 1885, pag. 814). Das neue Geschiebe ist nun aber nicht nur paläontologisch, sondern auch dem Gestein nach als ein Stück von echtem Trinucleus-Schiefer charakterisirt. Dasselbe wurde im Juli 1885 von Herrn Paul Krause aus Eberswalde bei der Laatziger Ablage in der Nähe von Misdroy auf der Insel Wollin gesammelt und besteht aus einem Thonschiefer von rein schwarzer, etwas matter Farbe, der wesentlich frei von kohlensaurem Kalk ist, nur stellenweise ganz schwach mit Salzsäure braust; in dem compacten, leicht spaltenden Gestein von ebenem bis flachmuscheligem Bruch sind einzelne Schwefelkiesknötchen sowie spärlich sehr kleine weisse Glimmerschüppchen eingestreut.