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Über die diluviale Verbreitung tertiärer Geschiebe.

Gottsche, Karl

Kurzfassung

Abgesehen vom Bernstein stehen auch einige andere Tertiärgeschiebe an Verbreitung den mesozoischen, ja selbst manchen silurischen Geschieben kaum nach. Besonders gilt dies von den Eocängeschieben. Bereits 1883 (cf. Sedimentär-Geschiebe der Provinz Schleswig-Holstein, pag. 51) konnten 45 Fundorte derselben aus Schonen, den dänischen Inseln, Jütland und Schleswig-Holstein namhaft gemacht werden. Aus Mecklenburg sind sie von Warnemünde, Doberan, Teterow, Gielow, Schweriner Fähre, Goldberg, Sternberg, Tolzin bei Schlievensburg, Klöden, Ankershagen bei Penzlin, Weitin, Lütgendorf, Cordshagen, Nemerow und Neubrandenburg bekannt. Ferner wurden aus der Mark Stücke von Gransee, Angermünde, Oderberg, Eberswalde, Rixdorf, Tempelhof und Mittenwalde (das in der Januar-Sitzung von Herrn Beyrich besprochene Geschiebe) untersucht. Endlich liegen Einzelfunde vor von Rügen, Meseritz, Leipzig und Niederkunzendorf bei Freiburg in Schlesien. Ber Vortragende beabsichtigt über Fauna und Altersstellung dieser Geschiebe demnächst ausführlich zu berichten, da ihm die Herren Lindström, Lundgren und Torell reiches Material aus Schonen zur Verfügung gestellt haben; vorderhand sei daher nur erwähnt, dass das Geschiebe von Niederkunzendorf (coll. Breslau), welches wegen des am weitesten nach SO. gelegenen Fundortes wichtig ist, u. A. auch Aporrhais gracilis und Metula crassistria enthält, zwei Arten, die Herr v. Koenen kürzlich aus dem Paleocän von Kopenhagen beschrieben hat. Auch das Stettiner Gestein ist weiter verbreitet als bisher angenommen wurde.