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Der oberoligocäne Meeressand zwischen Elbe und Oder.

Berendt, G.

Kurzfassung

In der vor kurzem erschienenen Abhandlung über "das Tertiär im Bereiche der Mark Brandenburg" habe ich versucht, auf Grund der Ergebnisse einer Reihe von Tiefbohrungen des letzten Jahrzehntes Klarheit in die bisher aus Mangel an genügenden Aufschlüssen verkannten Lagerungsverhältnisse des märkisch-pommerschen Tertiärs zu bringen. Es hat sich dabei ergeben, dass in der angedeuteten Gegend, man kann wohl sagen zwischen Elbe und Oder überhaupt, marines Unter-, Mittel- und Ober-Oligocän ohne jede Unterbrechung, d.h. ohne Zwischenlagerung von Braunkohlen- oder sonstigen Süsswasserbildungen übereinander folgen, die gesammte märkischpommersche Braunkohlenbildung aber, welche irrthümlich bisher mit der unteroligocänen Braunkohlenbildung der Magdeburger Gegend und des Harzrandes zusammengefasst war, durchweg über unserm marinen Oligocän und insbesondere über dem oberoligocänen Meeressande gelagert ist. Von besonderem Einfluss auf die Erlangung dieses überraschenden Ergebnisses war eben die Erkenntniss des oberoligocänen Meeressandes zunächst in den auf Anordnung des Ministers für die öffentlichen Arbeiten vom Oberbergamt Halle in der Lausitz ausgeführten Bohrungen. Die ersten oberoligocänen Schaalreste fanden sich in den Cottbuser Bohrlöchern bei Gr. Ströbitz und Priorfliess und wurden von O. Speyer erkannt und bestimmt, wie auch später durch Von Koenen einer nochmaligen Durchsicht unterzogen und anerkannt. Auch die später aus einem dritten Lausitzer Bohrloch, demjenigen bei Rakow unweit Drebkau, von mir gesammelten Schaalreste ergaben nach Von Koenen's Bestimmung ein oberoligocänes Alter der betreffenden Schichten. Ich gebe im Folgenden zunächst, des allgemeinen Interesses halber, das Verzeichniss der aus den genannten Lausitzer Bohrlöchern zusammen mit Gehörknöchelchen von Fischen gesammelten Schaalreste.