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Beiträge zur Geologie der Insel Island.

Keilhack, Konrad

Kurzfassung

Die folgenden Zeilen sollen als Erläuterung für die von Herrn Dr. C. W. Schmidt und mir während eines sommerlichen Aufenthalts auf Island im Jahre 1883 aufgenommene und nach den Mittheilungen von Paijkull, Helland, Zirkel, Thoroddsen, Johnstrup u. A. erweiterte geologische Karte (Tafel VIII) dienen und gleichzeitig mit einer Anzahl neuer Beobachtungen, die ich bezüglich einiger geologischer Fragen machte, bekannt machen. Leider ist bei diesem textlichen Theile die Mitarbeiterschaft meines Freundes und Reisegefährten durch seinen Aufenthalt im Kilima Ndjaro-Gebiet im Auftrage der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft ausgeschlossen gewesen, so dass für die östliche Hälfte der Insel, die jener wegen meiner Erkrankung allein bereiste, der Text weniger eingehend ist als für den Westen. Dieser Uebelstand wird indessen dadurch verringert, dass der geologische Aufbau des Ostens und Nordens weit einfacher ist, als derjenige der übrigen Theile. Zu den bis jetzt am wenigsten bekannten Theilen der Insel gehören (vom unbewohnten und wüsten Innern abgesehen) die Snäfells-Halbinsel und die nördliche Hälfte der nordwestlichen Halbinsel. Das bisherige, auf Island bezügliche geologische Kartenmaterial ist sehr unbedeutend. 1867 veröffentlichte Paijkull in 1/1920000 einen "Entwurf einer geologischen Karte v. Island." Quartär mit Ausnahme einiger Sandr fehlt, miocäner und jungvulkanischer Tuff ist nicht gesondert, praeglaciale Lava nur ganz untergeordnet angegeben. Paijkull giebt 30 Liparitpunkte an, jetzt kennt man deren gegen 60-70. Auch in der Verbreitung jüngerer Laven ist die Karte unzuverlässig. Eine andere geologische Karte von ganz Island giebt es nicht. Dagegen existirt eine von einigen Fehlern abgesehen ganz vortreffliche Karte des südwestlichen Achtels von Island von Th. Thoroddsen in "Vulcanerne paa Reykjanes". Geolog. Foren. i Stockholm Förh. Bd. VII, Heft 3.