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Ueber das Gebirgsland von Usambara.

Schmidt, C. W.

Kurzfassung

Ueber meine Feststellungen im Gebiete der Deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft gestatte ich mir ergebenst, Ihnen einige vorläufige Mittheilungen zu machen. Wie aus der grossen, in 24 Blättern erschienenen v. Ravenstein'schen Karte wohl ersichtlich, wird dies Gebiet im S. durch den Tangani, im N. durch den Umbo-Fluss begrenzt. Die westliche Grenze bildet die grosse, sich weit in das Innere erstreckende Wokuari-Ebene, während im O. die Ausläufer des Gebirges sich bis an das Meer erstrecken. Steil und unvermittelt steigen die Berge aus der Ebene empor, und selbst im Osten ist der Uebergang von dem vorgelagerten, stark welligen Hügelland zu dem eigentlichen Gebirge ein durchaus schroffer zu nennen. Während das Hügelland sich im Allgemeinen nicht über 800 engl. Fuss erhebt, beträgt die Höhe der ersten zu ersteigenden Gebirgskette 800-850 m. Im O. und besonders im NO. ist das Gebirge aus scharf abgesetzten, ungefähr von N. nach S. verlaufenden Ketten aufgebaut. In diesen Ketten wird auch die höchste Höhe überhaupt erreicht, die jedoch kaum 1500 m übersteigen dürfte. Nach W. zu nehmen die Berge immer mehr eine ausgesprochen centrale Anordnung an, indem gleichzeitig die tief eingeschnittenen Thäler verschwinden und das Ganze schliesslich mehr einer stark welligen Hochebene ähnlich wird. Diese beiden scharf charakterisirten Ausbildungsweisen des Gebirges sind durch das breite Luengera-Thal von einander geschieden. In seiner ganzen Mächtigkeit ist dies Bergland von einem Gneisse aufgebaut, der als ein Hornblende-Granat-Gneiss zu bezeichnen ist.