Original paper

Beobachtungen über den Aufbau des Elballuvium bei Hamburg von Herrn E. Wichmann.

Penck, Albrecht

Kurzfassung

Aus einem Schreiben von Herrn E. Wichmahn an mich erlaube ich mir Ihnen die folgenden Zeilen mitzutheilen: Für die Erweiterung der Börse wurde 1881 eine Baugrube, etwa 70 m lang und 40 m breit bis zum sogenannten Urboden ausgehoben, etwa 2,5 m über Neu Null oder 6 m unter dem Strassenpflaster. Auf dem Urboden (Diluvialboden) war Darg (Klaie) ausgebreitet, welcher an der Südwestecke der Baugrube etwa bis zur Höhe von 3,8 m, an der Nordostecke bis 5 m über Null hinaufreichte. In demselben waren noch deutlich erkennbare Stücke von Schilf und Rohr eingeschlossen, auch fanden sich verschiedene Muscheln, z. B. Cardium edule, Bythinia tentaculata und Valvata piscinalis. An der Ostseite der Baugrube, welche der Geest am nächsten liegt, war der Darg mit einer Schicht von (blaugrauem) Diluvialthon etwa 30 m dick bedeckt, die fast bis zur Mitte der Baugrube reichte und allmählich an Dicke abnahm. Auf dieser Thonschicht lag eine Schicht von Süsswassertorf, 30-50 m dick, sonst war die Grube mit aufgeschüttetem Boden ausgefüllt, welcher an der Westseite bis 4 m über Null hinabreichte. Im 12. Jahrhundert wurde die Alster zum Treiben einer Wassermühle (der alten oder Windmühlen) aufgestaut, und das Alsterthal in einen Mühlenteich verwandelt, dessen Oberfläche auf 6,2 m über Null gehalten wurde, dies beförderte die Bildung von Süsswassertorf am Rande des Teiches, wie er sich überall, besonders auf den grossen Bleichen in einer Stärke von 30-40 cm findet. Auch eine ähnliche Lagerung von Diluvialschichten auf dem Darg wurde im nächsten Jahre bei Bauten am Gänsemarkt in der neuen Gehrhofstrasse aufgedeckt.