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Über einen ungewöhnlichen Elephantenzahn bei Rixdorf

Beyrich

Kurzfassung

In der Sitzung der Gesellschaft naturforschender Freunde vom Februar 1879 berichtete Professor Dames über einer zu Rixdorf gefundenen Elephantenzahn, der wesentliche Verschiedenheiten von den Zähnen des gewöhnlichen Elephas primigenius darzubieten schien und von ihm dem Elephas antiquus zugeschrieben wurde. Herr L. Adams, dem von Prof. Dames später eine Photographie des fraglichen Zahnes zugeschickt wurde, erklärte sich mit dessen Ansicht einverstanden. Bei Gelegenheit des Geologen-Congresses zu Berlin am Ende des September v. J., sprach Dr. Pohlig auf der zugehörigen Etiquette die Ansicht aus, dass der Zahn nicht von Elephas primigenius verschieden sei. In der angeführten Mittheilung erklärte er denselben dagegen für ein sehr charakteristisches Exemplar des Elephas trogontherii, d. i. eine Art, über deren Berechtigung weder hier noch anderen Orts bisher die erforderlichen Erläuterungen gegeben sind, und deren charakteristischen Merkmale nach Vorgehendem ihrem Autor zur Zeit nicht in Erinnerung waren. Der fragliche Zahn rührt aus dem Hauptlager fossiler Knochen zu Rixdorf, dem Sand über dem unteren Geschiebelehm, her und hat nichts zu thun, wie Herr Pohlig zu glauben scheint, mit dem oberen Geschiebelehm, der a. a. O. sehr unpassend mit dem Löss am Rhein verglichen wird. Indem Herr Pohlig seine hohe Verwunderung darüber ausspricht, dass eine so irrige Bestimmung wie die des Elephas antiquus von einem Gelehrten wie L. Adams herrühren könne (!), fügt er weiter hinzu, dass es sich ähnlich, wie mit dem genannten Elephantenmolaren auch mit dem "angeblichen" Molaren des Rhinoceros Merckii in dem Berliner Universitäts-Museum zu verhalten scheine; eine "oberflächliche" Prüfung desselben berechtige ihn zu dem Ausspruch, "dass jedenfalls die anfängliche Bestimmung desselben durch Beyrich, als Rh. tichorhinus wenn nicht ganz zutreffend, doch ihren Grad von Berechtigung hätte."