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Über die Fruska gora oder das Urdnik-Gebirge in Slavonien

Preussner

Kurzfassung

Preussner über Die Fruska gora oder das Urdnik-Gebirge in Slavonien erstreckt sich zwischen Donau und Save von Illoc bis Peterwardein und Karlowitz. In der Richtung von Ost nach West hat es eine Ausdehnung von circa 60 km bei einer Breite von 15 km. Inselartig erhebt sich dieser interessante Gebirgszug ganz plötzlich aus der nach Norden endlosen ungarisch-slavonischen Ebene und steigt zu einer Höhe von ungefähr 300 m an. Die oberen Regionen des Gebirges sind mit dichtem Eichen- und Buchenwald bedeckt, während die tiefer, nach der Save und Donau zu liegenden vorzugsweise dem Weinbau dienen. Die üppigsten Weinculturen wechseln mit weiten Pflaumen- und Nussplantagen und dienen der wohlhabenden Bevölkerung als wesentlichste Nahrungsquelle, während der Getreidebau, welcher hauptsächlich auf Waizen und Mais beschränkt ist, fast ausschliesslich der Ebene angehört. Geognostisch und mineralogisch ist dieser Höhenzug nach verschiedenen Seiten hochinteressant, und gewähren die steilen Abstürze und Faltenbrüche einen offenen Einblick in den geologischen Bau und die Schichtenfolge der ganzen Erhebung. Der äussere Saum des Gebirges ist von einem gelbbraunen, kalkarmen Diluviallehm überlagert, welcher sich von unserem norddeutschen Diluviallehm sehr wesentlich dadurch unterscheidet, dass er fast frei von gröberem Sand und Steinen ist und im nassen Zustande eine sehr plastische Masse bildet. Diese Diluvialdecke ist bis zu einer Höhe von einigen hundert Fuss mit emporgezogen, setzt sich nach der Niederung der Donau fort und ist hier im Verlauf derselben von jüngerem Alluvium, Lehm, Sand und Geröllen bedeckt.