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Über die Fauna der Paludinenbank von Tivoli.

Karl, Gottsche

Kurzfassung

Bohrungen, welche im verflossenen Winter durch die Firma A. Ladermann Nachf. in der Tivoli-Brauerei am Kreuzberge angestellt worden sind, haben wiederum zu der Auffindung der unterdiluvialen Paludinenbank geführt, welche Berendt (diese Zeitschr., Bd. XXXIV, pag. 453) seiner Zeit von Rixdorf und der Garde-Kürassier-Kaserne beschrieben hat. Ohne auf die Bohrproben näher einzugehen, welche die wechselvolle Zusammensetzung des unteren Diluviums aufs Neue bestätigen, sei nur erwähnt, dass die Paludinenbank erst in etwa 35 m unter dem unteren Geschiebemergel auftritt, eine Mächtigkeit von nahezu 6 m besitzt (68-74 m unter Terrain = 50-56 m unter Berliner 0), trotzdem aber nochmals (in 100-102 m unter Terrain = 82-84 m unter 0) von groben Kiesen mit nordischem Material unterteuft wird. Die Bohrlöcher von Tivoli geben uns zum ersten Male Aufschluss darüber, mit welchen Arten Paludina diluviana Kunth vergesellschaftet lebte, da diese charakteristische und weit verbreitete Süsswasserform fast nur auf secundärer Lagerstätte vorkommt, und da in den beiden einzigen Fällen (Rixdorf und Garde-Kürassier-Kaserne), in welchen dieselbe wirklich in situ beobachtet wurde, von einer begleitenden Fauna Nichts gemeldet wird. Eine grössere Probe, welche der Paludinenbank von Tivoli in 70 m unter Terrain = 52 m unter 0 entnommen wurde, ergab beim Schlämmen, ausser zahlreichen Paludinen aller Altersstufen, noch: [...] Derselbe legte ferner 2 devonische Geschiebe von Rixdorf vor, 1. einen gelblichgrauen, violettgefleckten, mergeligen Dolomit mit Estheria membranacea Pacht (Jones, fossil Estheriae, pag. 14, t. I, f. 1-7), welche einen ganz bestimmten Horizont im Oberdevon der russischen Ostseeprovinzen bezeichnet und nach Grewingk in der Düna-Facies der Dolomit-Etage bei Kokenhusen an der Aa in Südlivland, sowie zwischen Kandau und Roennen in Kurland in ganz gleicher Weise die Schichtflächen bedeckend vorkommt, wie das Rixdorfer Geschiebe es zeigt. Aehnliche Geschiebe sind durch den Redner früher von Schulau beschrieben worden (Sediment-Gesch. der Prov. Schleswig-Holstein, No. 36). 2. Einen 17 cm langen und 8 cm dicken, plattenförmigen Block von devonischem Kugelsandstein.